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Niederösterreich wird Kürbisland Nummer 1

09.09.2021 • 18:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Niederösterreich wird Kürbisland Nummer 1
Niederösterreich liegt jetzt vornedpa-Zentralbild/Patrick Pleu

Steirische Kernkompetenz bedroht: Niederösterreich hat Nase vorn.

Das aus Kürbiskernen gewonnene Speiseöl ist eines der großen Aushängeschilder der Steiermark, aber die Anbaufläche in Niederösterreich ist mittlerweile deutlich größer als die steirische. Binnen zwei Jahren hat sie sich beinahe verdoppelt – von 12.829 Hektar im Jahr 2019 auf 21.078 Hektar heuer.

Das hat mit der großen Nachfrage zu tun, aber auch mit den guten Voraussetzungen im flächenmäßig größten Bundesland. Und durch die trockenen Böden benötigen die Bauern weniger Schädlingsbekämpfungsmittel. Was wiederum auch Bioanbau begünstigt.

Bereits 40 Prozent der Ölkürbisproduktion in Niederösterreich erfolgt nach Biokriterien, die Anbaufläche beträgt 8949 Hektar. In der Steiermark sind es nur 235 Hektar. Die Bezeichnung Steirisches Kernöl ist übrigens auch zulässig, wenn die Kerne aus Niederösterreich stammen.

Steirisches Öl aus niederösterreichischen Kernen

Diese Bezeichnung ist eine seit 1996 per EU-Verordnung geschützte geografische Angabe (g. g. A.). Verwendet werden darf sie, wenn sich das Anbaugebiet in den damals festgelegten Bezirken (siehe Infobox) befindet. „Es wurden nur Anbaugebiete ausgewählt, in denen Kürbisse seit dreißig Jahren angebaut werden“, sagt Andreas Cretnik, Geschäftsführer der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl g. g. A. “Diese Regionen sind traditionelle Zulieferer der südsteirischen Ölpressen. Ohne diese wäre der Bedarf nicht zu decken gewesen. Deshalb wurden sie aufgenommen”, erklärt Cretnik.

Steirisches Kürbiskernöl

… wird ausschließlich in der südlichen Steiermark (politische Bezirke Deutschlandsberg, Feldbach, Graz-Umgebung, Hartberg; Leibnitz, Radkersburg, Voitsberg, Weiz) und im südlichen Burgenland (politische Bezirke Jennersdorf, Güssing, Oberwart) gepresst.

Der Anbau der verwendeten Kürbisse ist auf folgende Gebiete beschränkt: Bezirke Deuschlandsberg, Feldbach, Fürstenfeld, Graz-Umgebung, Hartberg, Leibnitz, Radkersburg, Voitsberg, Weiz, Jennersdorf, Güssing, Oberwart, Hollabrunn, Horn, Mistelbach, Melk, Gänserndorf (Eingeschränkt auf Gerichtsbezirk Zisterdorf) und Korneuburg-Stockerau (eingeschränkt auf Gerichtsbezirk Stockerau).

Veränderte klimatische Bedingungen ermöglichen seit einigen Jahren auch den Anbau von Ölkürbissen im Bezirk Murtal. Die ansässigen Produzenten wollten ihre Ware als “Steirisches Kernöl” auf den Markt bringen. Doch für das Murtal gilt das nicht.

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