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Flugzeugabsturz “völlig unerklärlich”

11.11.2021 • 20:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
 Das Flugzeug war zertrümmert und verkohlt.<span class="copyright">Vlach</span>
Das Flugzeug war zertrümmert und verkohlt.Vlach

Flugplatz-Betriebsleiter kann sich nicht vorstellen, weshalb getöteter Pilot vom Kurs abkam.

Donnerstagmorgen, gegen 7.45 Uhr. Es ist stark nebelig, und dennoch startet ein 51-jähriger Dornbirner vom Flugplatz Hohenems mit einem Kleinflugzeug (Cessna P210N) mit Flugziel Memmingen in Bay­ern.

Wenige Minuten darauf sieht ein Arbeiter einer Firma beim Steinbruch Unterklien das Flugzeug, das auffallend tief fliegt, und hört kurz danach einen lauten Knall. Er alarmiert die Rettungskräfte.
106 Personen der Feuerwehr, Bergrettung, Bundespolizei und der Rettung rücken aus. Da der Rettungshubschrauber der Polizei wegen des dichten Nebels nicht fliegen kann, werden Drohnen und eine Wärmebildkamera eingesetzt. So wird das abgestürzte Flugzeug schließlich gefunden. Es war gegen die Breitenberg-Wand in Dornbirn geprallt.

Absturz Sportflugzeug Dornbirn
Absturz Sportflugzeug Dornbirn

Nur noch Trümmer

Die Bergung gestaltet sich sehr schwierig. Nicht nur der Nebel macht den Einsatzkräften zu schaffen, der Unfallort selbst ist kaum zugänglich. Die Fahrzeuge der Blaulichtorganisationen kommen nicht weiter, weshalb ein Quad der Bergrettung eingesetzt wird. Die Retter müssen sich teilweise zur Absturzstelle abseilen. Das Flugzeug ist als solches nicht mehr erkennbar, es besteht nur noch aus Trümmern. Da der Motor Feuer gefangen hatte, muss die Feuerwehr löschen. Für den Piloten kommt jede Hilfe zu spät. Sein Leichnam wird geborgen und nun gerichtsmedizinisch untersucht.

Flugzeugabsturz "völlig unerklärlich"

Der 51-jährige Dornbirner sei ein erfahrener Pilot gewesen und habe mehr als 600 Flugstunden hinter sich gebracht, sagt Polizeisprecher Horst Spitzhofer. Das bestätigt Georg Fessler, Betriebsleiter des Flugplatzes Hohenems: „Er war mit der Maschine vertraut und verfügte über die Berechtigung zum Instrumentenflug.“ Es sei absolut nicht üblich, dass bei solch nebeligen Verhältnissen gestartet wird, erklärt der Betriebsleiter. Aber: „Verboten ist es nicht. Der Pilot hatte die erforderlichen Berechtigungen.“

106 Einsatzkräfte waren an der Bergung beteiligt. <span class="copyright"> Vlach</span>
106 Einsatzkräfte waren an der Bergung beteiligt. Vlach

Warum der Mann nach dem Start nach rechts in Richtung Breitenberg geflogen ist anstatt nach links, ist für Fessler am Donnerstagnachmittag völlig unerklärlich. Das wird nun vom Landeskriminalamt, den Polizeiinspektionen Dornbirn und Hohenems sowie der Flugunfallkommission untersucht. Das Wrack ist noch nicht geborgen. Wann dies gelingen wird, kann Polizeisprecher Spitzhofer am Donnerstag nicht abschätzen.

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