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Brandstifter bleibt vorerst in Psychiatrie

09.09.2022 • 23:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rund 100 Feuerwehrleute waren beim Brand im Bregenzer Hafen im Einsatz. <span class="copyright">VOL.AT/Pletsch</span>
Rund 100 Feuerwehrleute waren beim Brand im Bregenzer Hafen im Einsatz. VOL.AT/Pletsch

Psychisch kranker 23-Jähriger verantwortlich für brennendes Bregenzer Hafengebäude und Feuer in Dornbirn.

Wegen Brandstiftung und versuchter Brandstiftung wurde der psychisch kranke und zu den Tatzeiten nicht zurechnungsfähige 23-Jährige am Freitag am Landesgericht Feldkirch in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil des Schöffensenats, mit dem der von Oliver Diez verteidigte Betroffene und Staatsanwältin Sarah Maria Haugeneder einverstanden waren, ist rechtskräftig.

Zustand gebessert

Damit muss der manisch-depressive Arbeitslose vorerst weiter in der psychiatrischen Abteilung des Landeskrankenhauses Rankweil bleiben. In drei bis sechs Monaten werde entschieden, ob er unter Auflagen und auf Bewährung in die Freiheit entlassen werden könne, sagte Richter Christoph Stadler als Vorsitzender des Schöffensenats. Denn sein Gesundheitszustand habe sich inzwischen gebessert, aber noch nicht so, dass bereits jetzt eine bloß bedingte Einweisung gewährt werden hätte können.

Hafengebäude

Der junge Mann aus dem Bezirk Bregenz war nach den gerichtlichen Feststellungen verantwortlich dafür, dass am 22. März ein Teil des Bregenzer Hafengebäudes brannte, und dafür, dass am 15. März in Dornbirn die Feuerwehr ein Übergreifen eines Feuers auf ein Firmengebäude in der Nähe des Bahnhofs verhindern musste.

Der 23-Jährige muss weiter in der psychiatrischen Abteilung des LKH Rankweil bleiben. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der 23-Jährige muss weiter in der psychiatrischen Abteilung des LKH Rankweil bleiben. Hartinger

Nach Ansicht der Richter hat der 23-Jährige unter dem Einfluss seiner bipolaren Störung brennendes Papier in einen Container am Bregenzer Hafen geworfen. Das Feuer breitete sich auf das Hafengebäude aus, in dem sich Betriebswohnungen befanden. Der zur Tatzeit einzige Bewohner reagierte auf den Feuermelder und konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der entstandene Sachschaden beträgt circa 200.000 Euro. Rund 100 Feuerwehrleute verhinderten weit größere Schäden.

Obdachlos gewesen

Vor der Polizei behauptete der Beschuldigte, er sei obdachlos gewesen und habe sich am Feuer im Container wärmen wollen. Er musste aber laut Urteil mit einem Übergreifen der Flammen auf das Hafengebäude rechnen.

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