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Luka Jana Berchtold bringt junge Künstlerinnen in die Galerie AllerArt

09.09.2022 • 23:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die neue Kuratorin Luka Jana Berchtold.  <span class="copyright">MIRO KUZMANOVIC</span>
Die neue Kuratorin Luka Jana Berchtold. MIRO KUZMANOVIC

Mit Ende des Jahres wird Manfred Egender seine Kuration in der Galerie allerArt in Bludenz beenden. Die neue Kuratorin sorgt für Diversität und einen Generationswechsel.

Die Galerie allerArt in Bludenz bekommt mit nächstem Jahr eine neue Kuratorin. Nachdem Manfred Egender die letzten drei Jahre die Ausstellungen kuratiert hat, wird Luka Jana Berchtold in der 35-jährigen Geschichte der Galerie AllerArt nach Andrea Fink nun die zweite Frau sein, die das Programm für die nächsten drei Jahre künstlerisch verantwortet. Mit dieser Entscheidung will der Vorstand der Galerie bewusst einen Generationswechsel herbeiführen und frischen Wind in den Raum bringen. Neben der Kuration ist auch der Name neu: Ab 2023 wird die Galerie allerArt in „Kunstraum Remise“ umbenannt, um damit hinzuweisen, dass der Ausstellungsraum „nicht vorrangig den Kunstmarkt bedienen soll“ und den eingeladenen Künstlern mit dem neuen Namen eine größere Freiheit geboten wird, sagt Berchtold in der gestrigen Pressekonferenz.

Intentionen

In der Kuration will Berchtold unterschiedliche Positionen und damit etablierte und auch weniger etablierte Künstler zeigen, um junge Kunstschaffende am Anfang ihrer Laufbahn zu stärken und den Austausch zwischen den Generationen zu fördern, wobei bei der Auswahl „stets die künstlerische Qualität im Vordergrund steht“, sagt Berchtold. Sie möchte über das Jahr ein breites mediales Spektrum aus Malerei, Skulptur, Installation, Performance, Virtual Reality, Mode, Sound und Video abbilden, welches „sensibel auf relevante Themen eingeht. Die Künstler sind zwischen 1991 und 1954 geboren und stammen aus Bulgarien, Deutschland, Österreich und Ungarn.“

Programm 2023

Eröffnet wird das Jahr traditionell mit einer Ausstellung des ehemaligen Kurators Manfred Egender. Damit wird der Maler und Zeichner für sein Schaffen gewürdigt. Die Ausstellung zeigt sein großes über viele Jahrzehnte geschaffenes Werk. Im Frühling wird die Performancekünstlerin Magdalena Forster in Kollaboration mit Milena Georgieva Choreografien und Skulpturen präsentieren, die aus der Performance resultieren. Nach den Kunstankäufen folgt im Juni und Juli eine Ausstellung des Künstlerinnen-Duos „New Constellation“. Tina Kult und Agnes Varnai wollen mit ihren raumgreifenden, multimedialen Installationen digitale und analoge Realitäten miteinander verbinden. Im Herbst wird Liesl Raff ihre Material­experimente und Skulpturen aus Latex zeigen. Abgeschlossen wird die Ausstellung von der Vorarlbergerin Melanie Ebenhoch, deren Werke aus Malerei und Bildhauerei erstmals in der Heimat der Künstlerin zu sehen sein werden.
Luka Jana Berchtold wird erstmals einen Raum kuratieren, hat an der Akademie der bildenden Künste in Wien studiert und ist selbst als Bildhauerin und Installationskünstlerin in Wien tätig. Während für Berchtold „Geschlecht und Identität kein Kriterium ist“, ist die Auswahl für hauptsächlich weibliche Positionen „Resultat der Geschichte“. So soll der laut Obmann Wolfgang Maurer „deutlich maskuline Überhang“ der letzten Jahre ausgeglichen und für Diversität gesorgt werden.