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„Jauchzet, frohlocket!“

12.12.2022 • 20:15 Uhr
Das Hochschul-Sinfonieorchester Stella Vorarlberg unter der Leitung von Benjamin Lack im Festsaal der Stella Vorarlberg (r.).
Das Hochschul-Sinfonieorchester Stella Vorarlberg unter der Leitung von Benjamin Lack im Festsaal der Stella Vorarlberg (r.).

Studierende der Stella Vorarlberg spielten am Sonntag Klassiker in Adventzeit.

Von Katharina von Glasenapp
neue-redaktoin@neue.at

In diesem „besonderen Studienjahr“, so Direktor Jörg Maria Ortwein in seiner Begrüßung, in dem das Vorarlberger Landeskonservatorium in eine Privathochschule für Musik umgewandelt und in Stella Vorarlberg umbenannt wurde und man sicher auch noch die Nachwirkungen der Coronapandemie spürte, führte Benjamin Lack für das Festkonzert den Hochschulchor, Solistinnen und Solisten aus den Gesangsklassen und das Hochschul-Sinfonieorchester zusammen.

Mit der festlich schwingenden Musik der ersten drei Kantaten aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium, einem schön abgemischten Chor, beweglichem Orchester und beeindruckenden solistischen Aufgaben, erlebte das Publikum im voll besetzten Festsaal eine mitreißende Einstimmung auf die Weihnachtszeit.

Clemens Breuss erzählt als Evangelist die Weihnachtsgeschichte.<span class="copyright">Victor Marin</span>
Clemens Breuss erzählt als Evangelist die Weihnachtsgeschichte.Victor Marin

Besondere Anforderungen

Judith Bechter, Dora Kutschi und Clemens Morgenthaler haben ihre Studierenden auf die Arien und Rezitative vorbereitet, sie mit den besonderen stilistischen Anforderungen der Barockmusik vertraut gemacht – was mal mehr, mal weniger umgesetzt wurde. In jeder Kantate wurden die Arien mit anderen Sängerinnen und Sängern besetzt und auf die Stimmcharaktere abgestimmt, manche sollten noch an ihrer Sprache arbeiten.

Erstaunlich, wie sich diese recht unterschiedlich timbrierten Stimmen zu einem doch runden, von den Sopranistinnen überstrahlten Chorklang mischten. Lockere Koloraturen, frische Artikulation, fließende Choräle und festlicher Glanz bestimmten die Chorsätze, hier konnte Benjamin Lack seine stimmbildnerische Erfahrung einbringen und die Lust an tänzerischem Schwung und Leichtigkeit übertragen.

Sinfonieorchester

Das frühere Sinfonieorchester des Vorarlberger Landeskonservatoriums heißt nun Hochschul-Sinfonieorchester Stella Vorarlberg. Gemeinsam mit Studierenden der Gesangsklassen von Judith Bechter, Clemens Morgenthaler und Dora Kutschi präsentierte es die Kantaten 1 bis 3 aus Bachs Weihnachtsoratorium.

Feine Tenorstimme

Einer der Solisten sei denn doch genannt: Clemens Breuss, der als Evangelist die Weihnachtsgeschichte erzählte und den Faden immer wieder aufnahm: Mit seiner feinen, wortdeutlichen Tenorstimme überzeugte er auch in stilistischer Hinsicht, eine gewisse Schüchternheit bezüglich der zahlreichen Hochtöne war verständlich, aber eigentlich nicht notwendig.

Mit einem klein besetzten Streicherensemble unter der Konzertmeisterin Veronika Kahrer, Flöten, zwei Oboen-Paaren, Fagott, vier historischen Trompeten, Pauken und Truhenorgel rundete sich unter der plastischen temperamentvollen Zeichengebung von Benjamin Lack auch das Hochschul-Sinfonieorchester zu einem farbenreichen und schwingenden Ensemble. Hervorgehoben seien die Holzbläser, die der Einleitung zur zweiten Kantate im Wechsel mit den Streichern ihre besondere Stimmung gaben, und die Generalbassgruppe mit zwei sich abwechselnden Celli, Kontrabass, Fagott und Orgel, die Johannes Hämmerle (als Einziger aus dem Lehrkörper) fantasievoll erklingen ließ.

In der ersten und dritten Kantate glänzte außerdem ein Ensemble von Naturtrompeten, mal strahlend, mal kieksend, wie es dieses Instrument eben so hergibt… Noch ist es ein bisschen Zeit bis Weihnachten, dieses Konzert war in jedem Fall eine festliche Einstimmung!