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Das erschwerte den Saisonstart der Freibäder

06.06.2023 • 23:00 Uhr
Weniger Besucher im Freibad wegen schlechtem Wetter <span class="copyright">Phillipp Steurer</span>
Weniger Besucher im Freibad wegen schlechtem Wetter Phillipp Steurer

Der Mai lockte nur wenige Gäste ins Freibad. Wind, Regen und die kühlen Temperaturen machten den Bädern einen Strich durch die Rechnung.

Der Griff in den Kleiderkas­ten steuert morgens aufgrund der sommerlichen Temperaturen vermehrt den Rock, das Sommerkleid oder die kurze Hose und das T-Shirt an. Jeans und Pullover bleiben immer mehr unberührt im Regal zurück – das ist aber noch nicht lange so. Bikini, Badeanzug oder Badehose sahen bisher eher nur das Hallenbad und wurden erst selten ins Freibad ausgeführt. Die Temperaturen haben nämlich, seit die Vorarlberger Freibäder dieses Jahr geöffnet sind, nur vereinzelt das Bedürfnis nach einer Abkühlung im kühlen Nass hervorgerufen.

Die Liegewiesen waren bisher mehr grün als gefüllt.  <span class="copyright">Die NEUE</span>
Die Liegewiesen waren bisher mehr grün als gefüllt. Die NEUE

Wenige Badegäste im Mai

Die Freibäder berichten von „nur vereinzelten sommerlichen Tagen“ und einem „bisher verhaltenen Sommer“ im Val Blu in Bludenz, einem „verhaltenen Start“ im Strandbad Bregenz, „langen Regenperioden im Mai“ in den Rheinauen in Hohenems und „zähem Wetterstart mit Wind und schwarzen Wolken am Nachmittag“ im Freibad Hittisau.

Das vermisste Badewetter hatte im Mai Auswirkungen auf die Besucherzahl. „Diese Temperaturen und der Wind ziehen die Leute nicht so ins Freibad“, begründet Ewald Petritsch vom Erholungszentrum Rheinauen den geringen Andrang. „Dann gehen die Leute lieber wandern und nicht baden“, bestätigt auch Markus Steurer vom Freibad Hittisau.

Schwimmbad Val Blue<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Schwimmbad Val BlueKlaus Hartinger

Dort konnten Badebegeisterte erst an 13 Öffnungstagen dieses Jahr im Becken unter freiem Himmel planschen, da das Bad aufgrund des Wetters erst seit 20. Mai geöffnet hat. Ebenso nur 13 Öffnungstage zählte gestern das Erholungszentrum Rheinauen. 2022 waren es beispielsweise zu diesem Zeitpunkt schon 19 Öffnungstage in Ems. Vergangenes Jahr sei das Wetter den ganzen Mai über schön und das Bad geöffnet gewesen, so Petritsch. Dieses Jahr war dies anders. Im Mai 2022 zählte das Erholungszentrum Rheinauen 15.000 Badegäste, im Mai 2023 nur 5000. Im Bregenzer Strandbad war der Mai 2023 mit rund 4000 Besuchern ebenfalls verhalten.

Wetter umschwiengungen sorgt für weniger besuch in den Freibädern. <span class="copyright">Bernd Hofmeister</span>
Wetter umschwiengungen sorgt für weniger besuch in den Freibädern. Bernd Hofmeister

Teurere Ticketpreise

Trotz den Startschwierigkeiten zeigen sich die Freibadbetreiber durchwegs zuversichtlich. Im Bregenzer Strandbad ist man optimistisch, dass dieses Jahr die selben Besucherergebnisse wie im Vorjahr erzielt werden. „Der Mai ist in keinem Bad ausschlaggebend“, bekräftigt dies auch Petritsch. Wichtiger sei der Juni. Die Monate würden sich immer über den Sommer hinweg von der Besucherzahl her ausgleichen, sind sich mehrere Freibadbetreiber einig. „Wenn der Mai und Juni nicht gut sind, dann werden dafür der Juli und der August gut“, erzählt Markus Steurer von seinen bisherigen Erfahrungen. „Mit der aktuellen Schönwetterphase könnten wir den eher frischen Saisonstart wieder aufholen“, heißt es von Seiten der Harder Sport- und Freizeitanlagen.

,,Wir sind mittlerweile auf instabiles Wetter eingestellt, hoffen jedoch auf einen schönen Hoch- und Spätsommer.”

Jakob Galwitsch, Geschäftsführer Val Blu

Über das Wetter kann nur spekuliert werden. Was jedoch für diese Saison schon feststeht ist, dass die Teuerung auch vor dem Schwimmbadbesuch nicht haltmacht. Im Val Blu in Bludenz gab es etwa einen Anstieg der Ticketpreise um sechs Prozent, im Erholungszentrum Rheinauen um 5,6 Prozent bei den Erwachsenentickets und um 7 Prozent bei den Kindereintritten, im Strandbad Bregenz sind die Ticketpreise um 3,45 bis 5,26 Prozent gestiegen, im Strandbad Hard sind die Tickets 7,4 Prozent teurer als im Vorjahr. Tageseintritte für Erwachsene bewegen sich etwa im Bereich von fünf bis sieben Euro.

Ewald Petritsch vom Erholungszentrum Rheinauen.<span class="copyright">Stiplovsek Dietmar pauschal</span>
Ewald Petritsch vom Erholungszentrum Rheinauen.Stiplovsek Dietmar pauschal

Bademeistermangel

Ebenso herausfordernd war schon vor Saisonstart teilweise die Suche nach Bademeistern. Wie etwa im Strandbad Hard: „Es war schon einfacher, aber wir haben es pünktlich hinbekommen.“ Petritsch vom Bad Rheinauen ist ebenso erleichtert: „Wir haben zum Glück einen Bademeister bekommen.“ Die Suche gestalte sich nicht immer einfach, da die Badeaufsicht bei schönem Wetter und besonders dann arbeitet, wenn andere auf Festivals und in den Urlaub fahren. Dabei wäre der Beruf laut ihm durch die Pause im Winter und das Arbeiten in der Sonne in der Natur durchaus attraktiv.

Damit im ganzjährigen Betrieb im Val Blu die Sommersaison gestemmt werden kann, setzt der Betrieb im Sommer auf die Unterstützung von Wasserrettung und Ferialpraktikanten. Ausgebildete Bademeister gebe es am Arbeitsmarkt wenige, beschreibt Geschäftsführer Jakob Glawitsch Schwierigkeiten, Stellen zu besetzen. Kein Problem hingegen stellte die Bademeistersuche im Strandbad Bregenz und im Bad in Hittisau dar. Steurer vermutet aber, dass sie in Zukunft wie in Deutschland zu einem Problem werden könnte.