Rothosen als Party Crasher der Rotjacken

Vor 4500 Fans auf der Birkenwiese – davon über 3000 aus Graz – verhinderte der FC Dornbirn mit einem 1:1 den ersehnten Bundesliga-Aufstieg des GAK.
Die Dornbirner spielten am Sonntagnachmittag im Aufstiegskrimi der 2. Liga eine oscarverdächtige Nebenrolle. Unter der Regie von FCD-Coach Thomas Janeschitz zeigten die Rothosen weder vor dem Titelkandidaten noch vor der beeindruckenden Kulisse Respekt. Ganz im Gegenteil – jeder wollte sich von seiner besten Seite zeigen, den Grazer hingegen war die Anspannung im Fernduell mit BW Linz um den Aufstieg in der Anfangsphase deutlich anzumerken.
Ohne gefährlich zu werden, hatten die Messestädter zunächst mehr vom Spiel. Die Gäste aus der Steiermark sorgten nach einem Distanzfreistoß von Michael Liendl – Torhüter Raphael Zwischenbrugger blieb gegen Bohdan Viunnyk (27.) Sieger – für ihren ersten Akzent. Obwohl der GAK weiterhin verhalten auftrat, war die Stimmung auf der ganz in Rot eingefärbten Gegengerade auf der Birkenwiese phänomenal. Und als die zweite Garnitur von Sturm Graz nach etwas mehr als einer halben Stunde in Linz in Führung ging, „brannte die Hütte“.

Grazer glücklos
Nach der Pause aber übernahmen die Rotjacken sofort das Kommando und nachdem Ronivaldo (48.) in Oberösterreich ausgeglichen hatte, wurde das Tempo weiter verschärft. Das Glück war aber nicht aufseiten der Grazer, die nach 16 Jahren wieder in die Bundesliga zurückkehren wollten.
Als Thorsten Schriebl (52.) im Strafraumzweikampf mit Cavafe fiel, blieb der geforderte Elferpfiff aus. Und neben zahlreichen guten Möglichkeiten scheiterten sowohl Viunnyk (59.) als auch Felix Köchl (71.) an der Torumrandung.
Fast zeitgleich folgte kurz vor Spielende ein Doppeldämpfer. Der Aufstiegskontrahent in Blau-Weiß ging mit 2:1 in Führung (86.) und Dornbirns „Gustl“ (Anm.: Goalgetter Gustavo Balotelli) verwertete eine Santin-Flanke wuchtig per Kopf zum 1:0. Nun herrschte Totenstille im Lager der GAK-Anhänger, die aber kurz darauf nochmals Hoffnung schöpften. Milos Jovicic glich in der Nachspielzeit (90 +5.) aus und FCD-Keeper Zwischenbrugger wurde wegen erneuter Spielverzögerung – zwei Minuten zuvor sah er schon Gelb – ausgeschlossen.

William als Torhüter
Da das Austauschkontingent schon erschöpft war, zog sich Kapitän William selbstbewusst die Handschuhe über. Da aber die folgenden zwei Versuche nicht aufs Tor gingen, musste er nicht mehr eingreifen. „Ich bin kein schlechter Torhüter und hätte schon was gehalten“, so der Brasilianer nach dem Abpfiff mit froher Miene.
Tal der Tränen
Trauer und viele Tränen waren verständlicherweise im gesamten Lager der Grazer angesagt. Speziell für den im Ländle aufgewachsenen Liendl – der Spielmacher fand in Leo Mätzler einen sehr guten Bewacher – gab es zum Karriereende kein Happy-End.
Im Tal der Tränen war sonntags auch Vorwärts Steyr mit dem Schlinser Daniel Madlener (Anm.: sein Vertrag läuft aus) auf der Trainerbank. Vor 5200 Zuschauern unterlag man im direkten Abstiegsduell bei Admira Wacker mit 0:3 und muss somit den Gang in die Regionalliga antreten.