Das Sternbild Krebs

Das Winter-Sternbild gehört zum Tierkreis und beherbergt einen schönen Sternhaufen.
Der Tierkreis ist eine gedachte Linie am Himmel, an der sich zwölf Sternbilder reihen. Sie nehmen unterschiedlich große Bereiche ein. Der Krebs ist das kleinste der Tierkreissternbilder. Sein hellster Stern hat eine Größenklasse von nur 3,5. Dennoch sind bei dunklem Nachthimmel mit freiem Auge etwas mehr als 100 Sterne im Krebs zu erkennen. Das Wintersternbild liegt zwischen dem Löwen und den Zwillingen. Zur Suche orientiert man sich am Zwilling und richtet von hier den Blick weiter Richtung Horizont. Um 20 Uhr steht der Krebs in östlicher bis südöstlicher Richtung halbhoch am Himmel. Entlang des Tierkreises halten sich die Sonne, der Mond und alle Planeten auf. Der Krebs spielt in der griechischen Mythologie lediglich eine Nebenrolle. Die Göttin Hera sandte ihn aus, um Herkules zu töten. Doch dieser zertrat den Krebs, worauf Hera ihn wegen seines Mutes am Sternenhimmel verewigte.
Im Wendekreis des Krebses
Die Sonne durchläuft innerhalb eines Jahres sämtliche Tierkreissternbilder. Auf ihrer Bahn gibt es vier markante Punkte beziehungsweise Sternbilder, die den Beginn der Jahreszeiten markieren. Die Sonne steht zu Frühlings- und Herbstbeginn am Schnittpunkt zwischen dem Tierkreis und dem Himmelsäquator. Am 21. Juni erreicht die Sonne den höchsten Stand ihrer Jahresbahn und sinkt danach wieder ab. Diesen Punkt nennt man den nördlichen Wendepunkt der Sonne. Sie steht mittags senkrecht über dem nördlichen Wendekreis bei 23,5 Grad nördlicher Breite. Vor etwa 2000 Jahren stand die Sonne zu Sommerbeginn vor dem Sternbild Krebs. Deshalb spricht man noch heute vom Wendekreis des Krebses. Ein alter Roman von Henry Miller trägt diesen Titel. Wegen der Kreiselbewegung der Verlängerung der Erdachse wandert der Wendepunkt der Sonnenbahn innerhalb von Jahrtausenden durch die Sternbilder. Derzeit müsste man daher korrekterweise vom Wendekreis des Stiers sprechen.
Juwel am Winterhimmel
Messier 44, ein offener Sternhaufen, ist das Vorzeigeobjekt im Krebs. Die hellsten Sterne des Krebses zeichnen einen auf dem Kopf stehenden Buchstaben Y an den Himmel. M 44 erstreckt sich über eine Fläche von drei Vollmond-Durchmessern und liegt oberhalb des Punktes, an dem sich die beiden Schenkel des Y treffen. Mit bloßem Auge zeigt er sich als matter, deutlich erkennbarer Nebelfleck. Im Fernrohr oder Fernglas wird eine Fülle von Sternen sichtbar. Weil es nur so von Sternen wimmelt und an einen Schwarm Bienen erinnern mag, nennen die Amerikaner den Sternhaufen Bienenstock. Bei uns wird M 44 Krippe genannt. Er ist so schön anzuschauen, dass er in der Amateurliteratur zu den Juwelen des Winterhimmels gezählt wird. Er ist nur circa 600 Lichtjahre entfernt und damit einer der nächstgelegenen offenen Sternhaufen. Insgesamt besteht M 44 aus bis zu 1000 Sternen, die vor 600 bis 700 Millionen Jahren gleichzeitig aus einer kollabierenden Gaswolke entstanden sind. Galilei war der Erste, der das Nebelchen mit seinem einfachen Fernrohr in etwa 40 Sterne auflöste. Der Sternhaufen wird von zwei helleren Sternen begrenzt, die südliches und nördliches Eselchen genannt werden. In dem Bild, das M 44 als Futterkrippe sieht, fressen die beiden Esel daraus.
Ein weiterer offener Sternhaufen, M 67, steht am anderen Ende der Skala. Er ist circa 2700 Lichtjahre entfernt und gehört mit rund vier Milliarden Jahren zu den ältesten Objekten dieser Art. Im Fernglas betrachtet bleibt er ein Nebelfleck. Erst mit Fernrohren ab 20 Zentimeter Öffnung zeigen sich dicht aneinandergedrängte Sterne.