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So dreist sind Online-Betrüger: Wie Sie sich beim Online-Shopping schützen können

20.06.2026 • 10:00 Uhr
So dreist sind Online-Betrüger: Wie Sie sich beim Online-Shopping schützen können
Wer Angebote kritisch hinterfragt senkt das Betrugsrisiko deutlich. symbolbild/shutterstock

Online-Shopping gehört längst zum Alltag. Doch mit der Bequemlichkeit steigen auch die Risiken. Die NEUE zeigt, wie Sie das Betrugsrisiko senken können.

Wer im Internet einkauft, hat heute mehr Auswahl denn je. Gleichzeitig wird es für Konsumenten immer schwieriger, seriöse Angebote von fragwürdigen zu unterscheiden. Viele Online-Shops wirken professionell, obwohl sie nur auf den schnellen Gewinn ausgerichtet sind. Hinzu kommen Verkaufsstrategien, die Käufer unter Druck setzen sollen. Blinkende Countdowns, angeblich stark begrenzte Stückzahlen oder Rabatte, die nur wenige Minuten gelten, sollen schnelle Entscheidungen fördern.

Dabei ist Eile der schlechteste Ratgeber. Wer sich beim Online-Einkauf Zeit nimmt und ein Angebot kritisch hinterfragt, kann viele Probleme bereits im Vorfeld vermeiden. Besonders wichtig ist es, sich nicht allein von günstigen Preisen oder positiven Bewertungen leiten zu lassen.


Oft lohnt sich ein zweiter Blick auf den Anbieter und die Bedingungen hinter dem Angebot. Auch nach dem Kaufabschluss, können Gefahren auf Sie lauern. Betrüger nutzen häufig die Zeit nach einer Bestellung aus und verschicken täuschend echte Nachrichten von Paketdiensten oder Zahlungsanbietern. Wer diese Tipps beherzigt, kann im Internet deutlich sicherer einkaufen und sich viel Ärger ersparen.

 Vorsicht bei Angeboten, die zu gut erscheinen.

Ein besonders günstiger Preis, makellose Produktfotos und hunderte Fünf-Sterne-Bewertungen sollen Vertrauen schaffen. Genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen. Verlassen Sie sich nicht nur auf die Gesamtbewertung, sondern lesen Sie einzelne Rezensionen. Werden konkrete Erfahrungen geschildert oder besteht das Lob nur aus wenigen allgemeinen Sätzen? Auch zahlreiche Bewertungen innerhalb kurzer Zeit oder das völlige Fehlen kritischer Stimmen können ein Warnsignal sein. Wer Preise vergleicht und Bewertungen kritisch liest, erkennt viele unseriöse Angebote bereits vor dem Kauf. Auch Online gilt: Was zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es meist auch nicht.

Das Impressum verrät oft mehr als die Startseite.

Bevor Sie bestellen, sollten Sie einen Blick ins Impressum werfen. Gibt es eine vollständige Adresse? Ist eine Telefonnummer angegeben? Wer steckt tatsächlich hinter dem Shop? Fehlen diese Angaben oder gibt es nur ein Kontaktformular, ist Vorsicht angebracht. Auch ungewöhnliche Internetadressen oder Rechtschreibfehler können Hinweise auf einen unseriösen Anbieter sein. Hilfreich ist der sogenannte Fakeshop-Detector (www.fakeshop.at). Dort lässt sich die Internetadresse eines Shops kostenlos überprüfen.

Die richtige Zahlungsart kann viel Geld retten.

Bei unbekannten Online-Händlern sollte möglichst auf Rechnung bezahlt werden. Sie zahlen dann erst, wenn die Ware tatsächlich angekommen ist. Ist das nicht möglich, gelten Lastschrift, Kreditkarte oder PayPal als vergleichsweise sichere Alternativen. Hier bestehen Möglichkeiten, Geld zurückzufordern, wenn die Ware nicht geliefert wird oder erheblich von der Beschreibung abweicht. Bei Kreditkarten kann ein Chargeback-Verfahren helfen, bei PayPal der Käuferschutz. Vorkasse hingegen bleibt die riskanteste Zahlungsart. Ist das Geld einmal überwiesen, wird eine Rückholung oft unmöglich. Genau deshalb setzen viele Fakeshops bevorzugt auf diese Methode

Achtung vor Paket-SMS und Zahlungsaufforderungen.

Betrüger nutzen häufig die Tatsache aus, dass viele Menschen auf ein Paket warten. Gefälschte Nachrichten von DHL, Post oder Bezahldiensten wirken oft täuschend echt. Typische Warnsignale sind Zeitdruck, Rechtschreibfehler, unbekannte Internetlinks oder Aufforderungen, kleine Beträge nachzuzahlen. Klicken Sie niemals direkt auf Links in solchen Nachrichten. Öffnen Sie stattdessen die offizielle App oder geben Sie die Internetadresse selbst in den Browser ein.

Checkliste

Bevor Sie auf „Jetzt kaufen“ klicken, sollten Sie folgende Fragen mit Ja beantworten können:
› Ist klar, wer den Artikel verkauft?
› Gibt es eine echte Kontaktmöglichkeit mit Adresse und Telefonnummer?
› Sind Lieferkosten und Endpreis vollständig ersichtlich?
› Ist geregelt, wohin eine Rücksendung erfolgen kann?
› Wirken die Bewertungen glaubwürdig und nachvollziehbar?
› Kann mit Rechnung, Kreditkarte, Lastschrift oder PayPal bezahlt werden?
› Haben Sie keinen Zeitdruck durch Countdown-Anzeigen oder angeblich letzte verfügbare Stückzahlen?