Nach Fußoperation: Ella kämpft sich Schritt für Schritt zurück

Sieben Wochen Gips, unzählige Therapiestunden und jeder Schritt ein Kraftakt: NEUE-Patenkind Ella aus Nenzing hat nach ihrer Fußoperation eine schwere Zeit hinter sich. Doch die ersten Fortschritte machen Hoffnung – auch wenn der Weg zu mehr Selbstständigkeit noch lang ist.
Der vergangene Sommer war für das NEUE-Patenkind Ella aus Nenzing eine Herausforderung: Sieben Wochen lang musste sie einen Gips tragen – und das ausgerechnet in den heißen Monaten Juni und Juli. „Die Fußoperation hat uns schon viel abverlangt. Sieben Wochen Gips und das mitten im Sommer – das war schon ganz schön brutal“, erzählt ihre Mutter Claudia. Bei der Operation wurden Sehnen am Fuß gestreckt. Seither kann Ella ihren Fuß besser gerade aufstellen. Nach dem Entfernen des Gipses war die anstrengende Zeit aber auch nicht vorbei. „Die Anfangsphase war auch sehr hart, da wir wieder viel erlernen mussten und müssen. Derzeit heißt es: Physio, Physio, Physio und Muskeln wieder aufbauen. Die Spastik erschwert das Training zusätzlich, sie ist ein harter Gegner. Ohne ständiges Training sind die Erfolge sofort wieder weg.“

Jeder noch so kleine Schritt zählt
Zweimal pro Woche erhält Ella deshalb Physiotherapie und einmal pro Woche Reittherapie. Dabei geht es um Muskelaufbau, die Korrektur der Fußstellung und darum, das Gehen neu zu erlernen. Ella soll sicherer auftreten, damit sie möglichst nicht stürzt und sich verletzt. Die Mühe zeigt auch schon Wirkung: „Insgesamt läuft Ella jetzt stabiler und sicherer, was wichtig ist, damit sie selbstständiger werden kann“, meint Claudia. Gerade zu stehen fällt Ella aber weiterhin schwer. Wegen einer Hüftfehlstellung und einer Skoliose, also einer Verkrümmung der Wirbelsäule, hängt sie zu einer Seite. Claudia bringt diese Beschwerden mit der Fußfehlstellung und der Spastik in Verbindung.

Auf die Operation musste Ella 25 Monate warten. Während dieser Zeit wurden die Skoliose und die Hüftfehlstellung festgestellt. „Ob das auch passiert wäre, wenn wir nicht so lange auf die OP hätten warten müssen, kann man nicht sagen. Aber die Wartezeiten auf Operationen sind der Wahnsinn!“

Fortschritte, die Mut machen
Auch beim Sprechen geht es voran. Ella macht logopädische Übungen und übt viel zu Hause. „Buchstaben als Laute auszusprechen geht zunehmend einfacher, und man versteht Ella auch immer besser, wenn sie spricht“, freut sich ihre Mutter. Sie hofft, dass ihre Tochter auch bei der Nahrungsaufnahme Fortschritte machen kann. „Das wäre ein Traum. Trinken und Essen sind immer noch unsere großen Ziele.“ Derzeit wird Ella noch vollständig über eine Sonde ernährt.

In der Schule ist das Mädchen ebenfalls gut angekommen. Sie besucht heuer das zweite Schuljahr im Jupident und fühlt sich dort wohl. „Sie ist dort sehr gut aufgehoben und macht schulisch gute Fortschritte.“ Besonders gut ist Ella im Rechnen. Auch in Deutsch und Englisch verbessert sie sich.
Hilfe für den Alltag
Neben den Therapien erleichtert ein Reha-Buggy den Alltag der Familie. Weil ihre Bewegungen stark eingeschränkt sind, kann sie längere Wege nicht selbst zurücklegen. Der Buggy ermöglicht es, mit ihr spazieren zu gehen und sie zu Therapien zu bringen. Der Verein Sonnenblume hat diese Anschaffung finanziert.
Die regelmäßige Physio- und Hippotherapie wird durch Spenden der NEUE-Leser ermöglicht. Für Claudia sind die Therapien wichtig, weil sie Ella nicht nur körperlich unterstützen: „Die Hippotherapie und Physiotherapie sind bei uns ganzheitlich angesetzt. Sie sind für Ella insgesamt sehr förderlich – nicht nur für den Fuß, sondern auch für ihr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein.“
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