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Papst feiert in aller Stille im österlichen Rom

04.04.2021 • 13:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Papst feiert in aller Stille im österlichen Rom

Papst Franziskus verbringt Ostern in menschenleerem Rom.

Die Via delle Fornaci ist die Straße, in der früher die Ziegelbrenner in Rom ihr Werk taten. Sie führt vom Gianicolo-Hügel hinunter zum Petersdom. Zu Ostern laufen hier normalerweise Massen von Pilgern hinunter, um bei den Feierlichkeiten mit dem Papst dabei zu sein, am höchsten Fest des Christentums. Es ist sonnig an diesem Karsamstag in Rom in der Straße der Ziegelbrenner, aber kaum eine Menschenseele ist unterwegs.

“Keine Touristen, niemand da”

Ein Mofa knattert den Berg hinunter in Richtung Vatikan, zwei leere Taxis stehen am Straßenrand. Vor der Bar “L’incontro”, der Bar der Begegnung, wo früher die Touristen Schlange standen, steht jetzt nur ein geknickter Mann in Schürze, mit verschränkten Armen und mit hängendem Kopf. “Keine Touristen, niemand da”, sagt der Besitzer der Bar. Eine Passantin mit ihrem Hund hält an und bestellt einen Kaffee. Römische Depression in Zeiten der Corona-Pandemie.

Karfreitagsliturgie und Kreuzwegszeremonie

Am Nachmittag folgte die Karfreitagsliturgie im Petersdom, in Erinnerung an den Kreuzestod Jesu. Immerhin 200 Gläubige durften mit Maske und Abstand teilnehmen. Der Papst streckte sich dabei auf dem Boden vor dem Altar aus, es ist ein in der Liturgie vorgesehenes Zeichen von Demut. In früheren Jahren folgte eine Kreuzwegszeremonie mit Tausenden Menschen am Kolosseum. Wie vergangenes Jahr fand die Feier nun auf dem Vorplatz des Petersdoms statt. 14 Stationen der “Via Crucis” sollten an das Leiden von Jesus Christus erinnern. An jeder Station wurden Fürbitten vorgelesen, die Kinder vorbereitet hatten.

Ihre Botschaft war die Verwandlung des Leids in Fülle, der österlichen Metapher der Auferstehung entsprechend. Was die Pandemie angeht, warten Rom und die Welt allerdings noch auf diese Verwandlung. Den Segen “urbi et orbi” wird Franziskus heute nach der Ostermesse im Petersdom erteilen, nicht wie sonst mit Tausenden auf dem Petersplatz. Stattdessen herrschen strenge Zugangsbeschränkungen und Abstandsregeln, wenige Hundert Menschen sind zugelassen, mehr nicht.

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