Kultur

Kunst im Vorbeigehen

07.07.2020 • 18:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ronja Svaneborg (l.) und Christine Katscher. <span class="copyright">Roland Adlassnigg</span>
Ronja Svaneborg (l.) und Christine Katscher. Roland Adlassnigg

Zwei Künstlerinnen bespielen derzeit die Galerie Vor-Ort.

Es ist ein Ort, an dem die Kunst zum Publikum kommt, sie im Vorbeigehen erlebbar ist: die Galerie Vor-Ort in Altach, ein Container, der zum Kunstschaufenster wird. Betrieben wird sie von Verena Leija, Mirjam Steinbock und Roland Adlassnigg. Aktuell sind dort Arbeiten von Christine Katscher (geboren 1986) und Ronja Svaneborg (geboren 1985) zu sehen.

Bei der Ausstellungseröffnung mit Verena Leija. <span class="copyright">Roland Adlassnigg</span>
Bei der Ausstellungseröffnung mit Verena Leija. Roland Adlassnigg

Katscher wurde in Wien geboren und lebt heute in Dornbirn, Ronja Svaneborg stammt aus Dänemark und lebt mittlerweile in Sibratsgfäll. Beide Künstlerinnen arbeiten selbstständig, immer wieder treffen sie sich aber in ihrer Arbeit und kollaborieren. „Space around us“ nennt sich ihre gemeinsame Ausstellung in Altach, bei der Katscher vier Drucke zeigt und Svaneborg eine Audioinstallation.

Kindheitserinnerungen

Für ihre Drucke hat Katscher auf ein gemeinsames Bildarchiv zurückgegriffen und Material daraus verfremdet, verdichtet, abstrahiert und verschoben. Zu sehen sind Arbeiten in Braun- und Grautönen, die eine Vielzahl an Assoziationen erlauben und die auch einen Bezug zur Arbeit von Svaneborg aufweisen, wie die Künstlerin bei der Eröffnung erläuterte.

Zur Ausstellung

Die Schau „Space around us“ ist noch bis 1. Oktober in der Galerie Vor-Ort, Mühlbachstraße 5 in Altach zu sehen.

Die Audioinstallation ertönt aus einem nicht sichtbaren Lautsprecher. Zu hören ist ein schon älterer Text von Svaneborg, der sich inhaltlich mit Kindheitserinnerungen befasst – vor allem an den Großvater, der, nachdem die Landwirtschaft mit Kühen aufgegeben wurde, Aale gefangen hat. Diesen Text hat die Künstlerin in ein Text-To-Speech-Programm eingegeben und dann wiederum in ein Deutsch- und Französisch-Übersetzungsprogramm. Letzteres war aber falsch eingestellt, sodass daraus dänische Texte mit deutschem und französischem Akzent entstanden sind. „Er hängt zwischen den Sprachen“, so Svaneborg. Die drei Texte werden in der Installation nacheinander abgespielt – Sprache, Kommunikation und Übersetzung sind Aspekte, die dabei thematisiert werden. Und auch wenn der Inhalt nicht verständlich ist, so lässt sich doch Vertrautes erahnen. 

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