Kultur

Virtuelles Theater in Planung

11.02.2021 • 19:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Virtual-Reality-Brillen halten im Theater Einzug. <span class="copyright">Heinz Holzmann</span>
Virtual-Reality-Brillen halten im Theater Einzug. Heinz Holzmann

Stück „Poligonale“ soll analoge mit digitaler Welt verbinden.

Virtual Reality am Theater – das kennt das Vorarlberger Publikum bislang einzig durch das Projekt „Antigone :: Comeback“ von Raum + Zeit am Landestheater. In der Corona-Pandemie mehren sich nun die theatralen Experimente mit der VR-Brille, die das Publikum in eine virtuelle dreidimensionale Welt eintauchen lässt – wo immer sich der Benutzer auch befindet.

Premiere im Herbst

Der Regisseur Thomas A. Welte, Leiter der Truppe Shakespeare am Berg, plant nun ebenfalls ein Virtual-Reality-Projekt. Mit „Poligonale“ will er im Herbst ein hybrides Format auf die Bühne – wahrscheinlich zuerst in Hohenems – bringen, das die analoge mit der digitalen Welt verbindet. Gedacht ist das Werk für ein im Theater sitzendes Live-Publikum, aber auch zu Hause könnten Besitzer einer VR-Brille dabei sein, wie Welte der Austria Presse Agentur mitteilte. Nach der Premiere soll eine Tour durch die Bundesländer folgen.

Virtuelle Bühnenbilder

Zwei Schauspieler werden in dem kurzen Stück in sogenannten Motion-Capture-Anzügen auf einer Bühne agieren. Durch die Anzüge werden die Bewegungen der Darsteller aufgezeichnet und in eine virtuelle Welt transferiert. Nehmen die Zuschauer die Brille ab, sehen sie die Schauspieler auf der Bühne. Haben sie die Brille auf, sehen sie zusätzlich die virtuellen Bühnenbilder, die Welte konzipiert hat. „Ich habe die Elektrotechnik-HTL gemacht und mich immer für Technik interessiert, das ist immer nebenher mitgelaufen“, erklärt der Regisseur, der sich bereits vor der Pandemie mit dem Thema auseinandergesetzt hat.

“Extrem kompliziert”

Seine „Poligonale“ sei ein „technisch extrem kompliziertes Unterfangen“, das zudem kostspielig ist. Jedoch könne Welte viel selbst umsetzen. „Ich bin seit ungefähr einem Jahr damit beschäftigt, dass das funktioniert.“ Dank frei zugänglichen Vorlagen habe er selbst einen Motion-Capture-Anzug bauen können, das Publikum soll die VR-Sets gestellt bekommen. Von Theater-Streams hält Welte übrigens wenig, das Live-Erlebnis würde fehlen. Sein VR-Projekt definiert er wie folgt: „Es ist eine Mischung aus Theater und Film. Es ist ein Live-Film. Was ich im Theater nicht kann, kann ich hier: unendlich viele Welten erstellen. Ich kann durch die Gegend fliegen, wenn ich will.“

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