Kultur

Hier wird tote Materie zum Leben erweckt

28.01.2026 • 18:33 Uhr
homunculus
Die Berlinerin ist seit 2016 mit dem Festival verbunden.steurer

Susi Claus, künstlerische Leiterin des Figurentheater-Festivals Homunculus im Kurzinterview über Werdegang und die Magie des Puppentheaters.

Was hat Sie zum Puppentheater geführt?
Susi Claus: Ich bin in Berlin aufgewachsen, wo ich heute noch lebe und arbeite. Dabei habe ich schon immer Theater gemacht und bin natürlich ein großer Fan der Sesamstraße. Eines Tages, ich weiß nicht mehr warum, fand ich Interesse am Puppentheater. Als mir klar wurde, dass man das studieren kann, wollte ich nichts anderes mehr machen. Also habe ich von 2001 bis 2005 an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Puppentheater studiert. Es hat nicht nur geklappt, ich wurde in meinem Wunsch sogar bestätigt.

 Was zeichnet das Genre aus?
Claus: Die Besonderheit liegt im Ineinandergreifen von bildender und darstellender Kunst. Mehr noch als im klassischen Theater, wo es ja auch Bühnenbilder und Kostüme gibt, wird hier tote Materie zum Leben erweckt. Dieser Belebungsprozess hängt zur Hälfte vom Publikum ab. Denn, obwohl die Zuschauer wissen, dass es sich um Puppen aus Holz oder Gummi handelt, passiert etwas in ihrem Gehirn. Viele haben das Gefühl, die Figuren würden ihr Gesicht bewegen.

Wie sind Sie zu Homunculus gekommen?
Claus: Mein Vorgänger und Kollege Pierre Schäfer suchte jemanden, der ihn bei der Planung und Umsetzung unterstützt. So habe ich ihm von 2016 bis 2017 assistiert und mit 2018 die künstlerische Leitung übernommen.