Internationale Jazz-Größen treffen auf lokale Meister

Von 18. bis 22. Februar findet in der Kulturbühne AmBach und in St. Arbogast das zweite Jazzambach-Festival, kuratiert von Pianist David Helbock, statt.
Nach der fulminanten Erstauflage des Festivals 2025 mit internationalen und heimischen Jazzgrößen war sehr schnell klar, dass es heuer eine Fortführung geben wird. Das Erfolgsrezept ergibt sich durch die gute Programmierung zwischen heimischen und internationalen Künstlerinnen. Was vielleicht aber noch wichtiger ist: Der Schwerpunkt des Festivals liegt im gemeinsamen Austausch, der Inspiration und der Gemeinschaft. Die Lage des Jugend- und Bildungshauses St. Arbogast wird dabei für diese fünf Tage genützt, um es in ein gemütliches Jazzdorf zu verwandeln. Das Publikum kann Musikerinnnen und Musiker bei Workshops hautnah erleben und mit etwas Glück sogar bei einem Kaffee treffen. Da lokale und internationale Jazzmusiker in St. Arbogast einquartiert sind, können sie auch untereinander unkompliziert ins Gespräch kommen. Für Begegnungsmöglichkeiten ist also gesorgt.

Neues Publikum begeistern
Events wie der kostenlose Late-Night-Jazz bieten zusätzlich die Möglichkeit, in einer Lounge-Atmosphäre Jazz im kleinen Rahmen zu genießen. Das Familiäre und Intime erzeugt ein Flair, bei dem man sich gern auf Neues einlassen kann. „Wir wollen vor allem neues Publikum aus der Region für dieses Jazzfestival begeistern. Es soll auch für Jazzeinsteigerinnen ein breitgefächertes Programm zur Auswahl stehen“, betont Gründer und Organisator David Helbock. „Der Eröffnungstag eignet sich dabei sehr gut für einen Einstieg. Auch heuer kombinieren wir Jazz mit einer anderen Kunstform, diesmal mit Literatur“. Michael Köhlmeier wird am 18. Februar aus seinem Werk vorlesen, begleitet vom neu zusammengestellten Jazzambach Ensemble unter der Leitung des Schweizer Pianisten Claude Diallo. Neu ist heuer ein Kindermitmachkonzert, das am 20. Februar um 14.30 Uhr stattfinden wird. „Ich habe vor kurzem bei einem Festival die Atmosphäre gespürt, wenn viele Kinder auf der Bühne singend und klatschend teilnehmen. Diese Stimmung will ich auch zum Jazzambach Festival bringen.“ Eine Kooperation mit der Tonart Musikschule Mittleres Rheintal und ein Workshop für die Kinder der Götzner Volkschule soll ganz bewusst den Nachwuchs mit ins Boot holen. Am 13. Februar spielen im Vorprogramm des Festivals Nachwuchs- und Inklusionsbands in Vereinshaussaal.

Persönliches Highlight
„Ein persönliches Highlight von mir ist das Konzert des Wolfgang Muthspiel Trios am 21. Februar. Mit dabei sind der amerikanische Bassist Scott Colley und der US-Schlagzeuger Brian Blade, beide Meister ihres Faches. Das wir diese beiden engagieren konnten, ist ein echter Glücksfall“, so Helbock. „Auch die 84-jährige Ikone und Sängerin Norma Winstone wird beim Abschlusskonzert am Sonntag stimmlich begeistern. Ich habe sie bei einem Festival kennengelernt, bei dem wir beide gespielt haben. Sie hat mich so fasziniert, dass ich zum Handy gegriffen und sie nach Götzis eingeladen habe.“ Mit dem Florian King Trio & Stella Deepstring feat. Herbert Walseroder dem Flötist Günther Wehinger, die es international bereits zu Ansehen gebracht haben, stehen lokale Meister ebenso auf der Bühne.

Artist in Residence, Mahan Mirarab, wird auf seiner bundlosen Doppelhalsgitarre einen Workshop zur Mikrotonalität abhalten und am Sonntag, den 22. Februar um 11.00 Uhr in der Kapelle St. Arbogast neu komponierte Stücke vortragen, die er in dieser Woche erarbeitet hat. Programm und Tickets unter: www.jazzambach.at
Daniel Furxer