Auszeichnung für Vorarlberger Film-Talent Alexander Böckle

Das Kurzfilmfestival „Take One“ ehrt Alexander Böckle aus Feldkirch für seinen romantischen Beitrag „And so we are here“.
Alexander Böckle (21) hatte mit drei Jahren zum ersten Mal eine Kamera in der Hand, drehte mit fünf seinen ersten Stop-Motion-Film im Sandkasten und freut sich jetzt über den Preis des Innsbrucker Kurzfilmfestivals „Take One“ in der Kategorie „Best Storytelling“.
Leidenschaft, die Leiden schafft
Der ausgezeichnete Streifen „And so we are here“ handelt von einem schmerzhaft-romantischen Sommertag im Leben zweier Jugendlicher. Anna (Sophia Tschanett) und Natan (Julius Lemp) lernen sich zufällig in Bregenz kennen und finden sichtlich Gefallen aneinander.

Doch mit der Zuneigung wächst auch ein Konflikt heran, dessen Gehalt und Ausgang über weite Teile des Films komplett offenbleiben. Möglich wird das durch die Form der Erzählung. Konsequent nicht-linear beginnt er während eines nächtlichen Streits.

Es folgt ein Sprung zurück an den Moment der ersten Begegnung, der die Zusehenden in den Bann ihrer konflikthaften Zuneigung zieht. Überzeugend gespielt, bildschön gefilmt und auf nicht ganz 15 Minuten kondensiert, war „And so we are here“ im vergangenen Jahr in der Kategorie v-shorts der Alpinale nominiert.

Für Drehbuchautor und Regisseur Böckle zeigt der Preis aus Innsbruck: „Man braucht weder die beste Kamera noch die originellste Geschichte. Vielmehr geht es darum, wie eine Handlung erzählt wird. Mir und meinen Kollegen zeigt der Preis, dass wir auch ohne 20 Jahre Erfahrung Menschen mit unserer Arbeit berühren können.“
Im Sommer beendete Böckle sein InterMedia-Studium an der Fachhochschule Vorarlberg mit einem Bachelorabschluss. Gegenwärtig arbeitet der Feldkircher für die Werbebranche. Seine Zukunft sieht er aber in einem anderen Feld: „Auch wenn ich aktuell viel schneide und an Drehbüchern schreibe, möchte ich mich auf Regie spezialisieren.“
Spielfilm aus Vorarlberg
Angesprochen auf konkrete Projekte hält er sich noch bedeckt. Der junge Cineast lässt aber schon jetzt wissen, dass er über den Sommer an mindestens einem Spielfilmdreh in Vorarlberg arbeiten wird.
„Wenn wir es wie damals, als Reinhold Bilgeri ‚Der Atem des Himmels‘ gedreht hat, schaffen, einen Film aus Vorarlberg, für Vorarlberg, in Vorarlberg zu drehen, werden wir auch Menschen erreichen. Der Erfolg von Filmen wie ‚Sentimental Value‘ oder ‚Hamnet‘ zeigt, dass menschliche Geschichten gefragt sind. Und wenn ich nur eine Person mit meiner Arbeit erreiche, kann sich ein Lauffeuer entzünden. Ich glaube an diese Möglichkeit und bin daher bereit, das Risiko einzugehen.“