Kultur

Kinder- und Jugendtheater aus Vorarlberg unter Österreichs Besten

29.05.2026 • 16:17 Uhr
DER SATANARCHÄOLÜGENIALKOHÖLLISCHE WUNSCHPUNSCH
Luzian Hirzel (l.) und Elias Baumann sind bei „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ kaum wiederzuerkennen. koehler

Das Landestheater, Café Fuerte und Schauspielerin Josepha Yen sind im Rennen um die bundesweit wichtigste Auszeichnung im Bereich der darstellenden Kunst für junges Publikum.

Große Anerkennung für die Vorarlberger Theaterlandschaft: Gleich drei Produktionen beziehungsweise Künstlerinnen aus dem Land wurden für den Stella*26 nominiert. Der österreichweite Preis gilt als wichtigste Auszeichnung für darstellende Kunst für junges Publikum. Aus insgesamt 108 gesichteten Produktionen sprach die Jury heuer 23 Nominierungen in fünf Kategorien aus.
Sowohl das Vorarlberger Landestheater als auch das Ensemble Café Fuerte finden sich auf der Liste der Nominierten. Damit würdigt die Jury zwei Produktionen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch eines gemeinsam haben: Sie nehmen ihr junges Publikum ernst.

Zauberhaft

In der Kategorie „Herausragende Produktion für Kinder“ wurde die Inszenierung „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ des Vorarlberger Landestheaters nominiert. Regisseurin Agnes Kitzler gelang mit Michael Endes berühmtem Stoff eine moderne und zugleich zugängliche Bühnenfassung. Bereits vor dem eigentlichen Beginn zog Elias Baumann als fahriger Zauberer Beelzebub Irrwitzer das Publikum in seinen Bann. Immer wieder durchbrach die Figur die vierte Wand, suchte das Gespräch mit den Zuschauern und machte sie zu Mitspielern des Geschehens.

DER SATANARCHÄOLÜGENIALKOHÖLLISCHE WUNSCHPUNSCH
Bei „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ zeigt die Schauspieler Elias Baumann(l.), Nurettin Kalfa, Maria Lisa Huber und Luzian Hirzel in prächtigen Kostümen. koehler

Dabei überzeugte die Produktion nicht nur durch Humor und Tempo, sondern auch durch ihre Aktualität. Hinter den komischen Szenen blieben die Themen Umweltzerstörung, Verantwortung und Machtmissbrauch stets spürbar. Gerade diese Verbindung aus Unterhaltung und Gesellschaftskritik machte den „Wunschpunsch“ zu einem der bemerkenswertesten Familienstücke der vergangenen Spielzeit.

DER SATANARCHÄOLÜGENIALKOHÖLLISCHE WUNSCHPUNSCH
koehler

Gemeinsam Hühner stehlen

Das Café Fuerte ist mit „Die rote Zora“ in der Kategorie „Herausragende Produktion für Jugendliche“ vertreten. Die Inszenierung von Danielle Fend-Strahm basiert auf dem berühmten Kinderbuchklassiker von Kurt Kläber und beeindruckte vor allem durch ihre Reduktion. Mit einer einzigen Holzplattform als Bühne und wenigen Requisiten erschuf das Ensemble eine ganze Welt voller Abenteuer, Freundschaft und Solidarität.

Die rote Zora
„Die rote Zora“ ist ein Fest für die Vorstellungskraft. Feinig

Was die Produktion besonders machte, war die Kraft der Vorstellung. Mit einfachen Gesten, präzisem Spiel und rasanten Rollenwechseln ließen die Darsteller Hühner stehlen, Fische fangen oder über Marktplätze streifen. Fast schon magisch wirkte dabei der mehrstimmige A-cappella-Gesang, der die Handlung begleitete. Die Geschichte der Waisen Zora, Branko, Duro und Nicola entwickelte dadurch eine zeitlose Kraft und sprach Kinder ebenso an wie Erwachsene.

„Every Brilliant Thing"
Die 2003 geborene Schauspielerin Josepha Yen ist das jüngste Mitglied im Ensemble des Vorarlberger Landestheaters. Furxer

Auch eine Einzelkünstlerin aus Vorarlberg darf auf einen Stella hoffen. Josepha Yen wurde für ihre darstellerische Leistung in „Every Brilliant Thing“ am Vorarlberger Landestheater nominiert. Die Kategorie würdigt herausragende schauspielerische Leistungen und zählt zu den prestigeträchtigsten Auszeichnungen des Bewerbs.

Die Verleihung des Stella*26 findet am 21. November im Grazer TaO! Theater am Ortweinplatz statt.

SAV