Kultur

Ein geselliger Gipfel der Künste

02.09.2026 • 00:20 Uhr
Heimspitze
Hinten links: Robert Muntean, Klara Vith und Reto Steiner. Vorne links: Angelika J. Trojnarski, Justina Moncevičiūte, Anna-Sabina Zürrer. Haas

Beim zweiwöchigen SilvrettAtelier Montafon arbeiten ausgewählte Künstler unter außergewöhnlichen Bedingungen. Klara Vith aus Dornbirn ist eine von ihnen.

„Die Inspiration kommt hier von überall her“, schwärmt die Dornbirner Künstlerin Klara Vith. Sie ist eine von neun Teilnehmenden des SilvrettAtelier Montafon, das heuer in seiner 15. Auflage stattfindet.

Klara Vith
Klara Vith aus Dornbirn. Haas

Gemeinsam mit den Künstlern Götz Bury, Catherine Ludwig, Justina Moncevičiūte, Robert Muntean, Reto Steiner, Angelika J. Trojnarski, Anna-Sabina Zürrer und Roland Haas, der das Projekt seit 1998 leitet, bewohnt sie aktuell die Nova Stoba – besser gesagt, das im Sommer ruhende Selbstbedienungsrestaurant der gewaltigen „Hütte“.

silvrettatelier 2026
Anna-Sabina Zürrer (l.), Götz Bury, Catherine Ludwig, Justina Moncevičiūte, Reto Steiner, Robert Muntean, Roland Haas, Angelika J. Trojnarski und Klara Vith. Haas

Die Teilnahme erfolgt ausschließlich auf Einladung. Laut Vith wird so „garantiert, dass es menschlich gut passt. Man ist ja zwei Wochen gemeinsam in den Bergen“.

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Gigantische Kontraste

Die 33-Jährige arbeitet dort seit dem 22. August in einer Kulisse voller „gigantischer Kontraste“. Konkret prallt die alpine Landschaft auf die hochspezialisierte Infrastruktur des Tourismus.

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Alles, was auf gut 2000 Metern Seehöhe errichtet wurde, erfüllt einen Zweck. Doch wenn gegen 17 Uhr Gäste und Personal verschwunden sind, bleibt eine gewaltige Infrastruktur zurück, die vorübergehend ihrer eigentlichen Funktion enthoben ist.

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So offenbart sich den Künstlern ein seltener Anblick, der quer zur eigentlichen Funktion verläuft. „Wir erleben die Berge, wie man sie sonst nicht zu Gesicht bekommt. Bei schlechtem Wetter geht man üblicherweise nicht in die Höhe. Wenn es draußen stürmt oder alles in Nebel gehüllt ist, harren wir in der Hütte aus. Das ist unglaublich spannend.“

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Von Zweck und Wirkung

Während viele ihrer Kolleginnen und Kollegen an geologischen Motiven arbeiten, sich mit Permafrost, Steinschlag und anderen harten Fakten beschäftigen, interessiert sich Vith mehr für das Haus. Genauer gesagt für den Moment, in dem Zweck und Wirkung getrennt voneinander erfasst werden können. „Mit Platz für 1500 Gäste ist die Nova Stoba unglaublich groß. Und obwohl es sich um kein Wohnhaus handelt, wird es mit einer Fülle von häuslichen Gegenständen, wie etwa Gugelhupfformen, dekoriert, die Nostalgie vermitteln sollen“, berichtet die 33-Jährige.

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silvrettatelier

Aktuell verschränkt sie 3D-Scans der Nova Stoba mit Stillleben und Landschaftspanoramen zu einer Videoarbeit. Parallel dazu entstehen Zeichnungen, mit denen die primär in Wien lebende Künstlerin ihr „Bedürfnis nach analoger Arbeit“ stillt.

Das SilvrettAtelier Montafon endet am 5. September. Der Bildraum Bodensee in Bregenz widmet den Arbeiten der heurigen Residenz eine Ausstellung, die am 25. Februar 2027 eröffnet wird.