Kultur

Cordoba78: 11.500 Euro Schaden nach Albumfeier im Bregenzerwald

29.09.2026 • 18:26 Uhr
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Laut Sänger entsand dieses Bandfoto nach dem „Kaltenbrunn Eklat“. Cordoba78

Nach einem erfolgreichen Jahr mit Chartplatzierung und Festivalauftritten sorgt ein Zwischenfall im Bregenzerwald für eine empfindliche Rechnung. Die Band will die Kosten nun mit ihrer Tour stemmen und kann laut eigenen Angaben auf die Unterstützung der Sportfreunde Stiller zählen.

„Wir haben uns schon auf die kommende Tour gefreut, aber jetzt ist sie bitter nötig“, gesteht Carlo Giulio Sossella, Sänger der Vorarlberger Boyband Cordoba78. Dabei blickt die Band auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Sie gewannen den Musikpreis Sound@V in der Rubrik „Rock/Pop“ (Preisgeld 5000 Euro) und spielten im deutschsprachigen Festivalsommer mehr als 40 Konzert – vier davon als Vorband der Sportfreunde Stiller. Als persönliche Höhepunkte nennt der Dornbirner die Shows auf dem Lustenauer Szene Openair und dem Wiener Popfest, nicht zuletzt, da Bassist Georg Pinter auf der Bühne am Karlplatz vor tausenden Besuchern einen erfolgreichen Heiratsantrag stellte.

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Strassner

Mit ihrem am 31. Juli erschienenem Debüt-Album „Afterhour Kaltenbrunn“ (Tautorat Tonträger / Four Music) erreichten sie den 7. Platz der Österreichischen Albumcharts.

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Reichert

Ausflug in den Bregenzerwald

Für Cordoba78 hätte das Jahr kaum besser laufen können. Doch rund um die Feierlichkeiten zum Album kam es Mitte August zu einem folgenreichen Zwischenfall im Bregenzerwald. Die Band hatte sich mit ihren engsten Vertrauten in der Parzelle Kaltenbrunn, das zur Gemeinde Egg gehört, getroffen, um das Album im kleinen Rahmen zu zelebrieren. Nach der Feier ging es zu Fuß zurück Richtung Egg. Vieles aus dieser Nacht sei für die Band allerdings nur noch bruchstückhaft im Gedächtnis erhalten. „Die Erinnerungen an das Ganze wurden nachher polizeilich rekonstruiert“, zeigt sich Sossella ein wenig beschämt.

Cordoba78: 11.500 Euro Schaden nach Albumfeier im Bregenzerwald
Katerstimmung nach dem Eklat. Cordoba78

Sachbeschädigung

Fest stehe, dass die Gruppe stark alkoholisiert den Heimweg vom Gipfel antrat. Einer der Musiker sei in Folge „gegen einen ziemlich teuren Mercedes geknallt“, so Sossella. Bei dem Wagen soll es sich um ein älteres, seltenes Modell handeln. Der Schaden war beträchtlich. Der Rückspiegel wurde beschädigt, außerdem gab es einen großen Splitter in der Windschutzscheibe sowie weitere Beschädigungen und Kratzer an der Karosserie. Zunächst habe die Band versucht, den Vorfall unbemerkt zu lassen. Das misslang. Beim Ortseingang von Egg wurde die Gruppe von der Polizei angehalten. „Da sind wir schon empfangen worden von den Freunden im Blau“, erzählt Sossella salop weiter. Die Folge war eine Anzeige und ein Schaden von rund 11.500 Euro. Eine Haftpflichtversicherung greift laut Sossella wegen der Alkoholisierung nicht.

Freunde der Sportfreunde Stiller

Den Kopf hängen lassen will die Band deshalb aber nicht. „Wir nutzen die kommende Tournee als Wiedergutmachung, als unser finanzielles, aber auch menschliches Comeback.“ Sie läuft unter dem Titel „Muss ich unbedingt verpassen“ und führt die fünf Freunde quer durch die deutschsprachige Welt. Zusätzlich wird die Gruppe von den Sportfreunde Stiller unterstützt. Sossella schwärmt von den deutschen Musikern: „Das sind tolle Jungs, die sind noch sympathischer.“ Im Oktober sollen Cordoba78 auf Einladung der Sportfreunde für drei weitere Termine mit auf Tour gehen. Sossella wertet das als Zeichen der Solidarität.

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Die fünf Freunde auf dem Open Air St. Gallen. Cordoba78

Musikindustrie

Weniger emotional reagiert er auf die Rolle des Labels. „Die deutsche Musikindustrie möchte viel Geld verdienen. Das Menschliche ist das Sekundäre.“, hält der Sänger fest. Gleichzeitig betont Sossella, dass die Zusammenarbeit mit dem Label gut funktioniere und Cordoba78 die Urheberrechte an den eigenen Liedern halte. Bei der gemeinsamen Verwertung geht es demnach um die Masterrechte.

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Cordoba78 spielten auf der Hochzeit eines Fans. Cordoba78

Pre-Silvester im Spielboden

Den Abschluss der Tour bildet die Pre-Silvester-Show im Dornbirner Spielboden. Sie wird heuer zum dritten Mal unter der Schirmherrschaft der Gruppe organisiert. Knapp 50 Prozent der Karten seien bereits verkauft. Mit Stereo Ida steht zudem schon ein Teil des Programms fest. Angesprochen auf die Frage, ob die an diesem Abend gesammelten Spenden ihnen zugutekommen werden, wird der Sänger etwas ernster: „natürlich nicht“. Für die Band soll der Abend ein turbulentes Jahr abschließen und zugleich ein Wiedersehen mit Familie, Freunden und dem heimischen Publikum werden. Sein Wunsch für das kommende Jahr ist entsprechend klar: „2027 und hoffentlich ein schuldenfreies 2027.“