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Anklage nach Angriff mit Motorsäge

07.07.2021 • 20:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Angriff mit Motorsäge: Eines der Opfer leidet unter Angszuständen. <span class="copyright">Symbolbild LPD</span>
Angriff mit Motorsäge: Eines der Opfer leidet unter Angszuständen. Symbolbild LPD

Höchster soll mit Kettensäge Besucher vertrieben und Auto beschädigt haben.

Strafrechtliche und zivilrechtliche Folgen hat der Vorfall vom 31. Mai in Höchst, bei dem der Hauseigentümer mit einer Motorsäge nächtliche Besucher vertrieben haben soll. Der 45-jährige Höchster wurde von der Staatsanwaltschaft wegen schwerer Nötigung, Sachbeschädigung und gefährlicher Drohung angeklagt, ein 20-jähriger Besucher aus Bregenz wegen gefährlicher Drohung gegen den 45-Jährigen. Das teilte am Mittwoch zum Auftakt eines Zivilprozesses am Bezirksgericht Bregenz Richter Christian Röthlin mit. Ein Prozesstermin liege noch nicht vor, sagte Landesgerichtssprecher Norbert Stütler.

4500 Euro Schadenersatz

Im Zivilprozess fordert die 21-jährige Klägerin vom beklagten Höchster 4500 Euro Schadenersatz. Davon entfallen 1500 Euro auf Reparaturkosten am Pkw und 3000 Euro auf Schmerzensgeld. Denn der Beklagte hat nach Angaben von Klagsvertreter Daniel Wolff mit seiner Motorsäge ein Loch in die Motorhaube des Autos geschnitten.
Die Klägerin hat ihre Freunde am letzten Abend im Mai zum Haus nach Höchst gefahren. Dort sollen die Tochter des Hauses und eine Freundin der Autofahrerin eine Aussprache wegen eines jungen Mannes vereinbart haben. Dabei soll es kurz vor Mitternacht zu Tätlichkeiten zwischen den beiden jungen Frauen gekommen sein, entnimmt der Anwalt der Autofahrerin dem Polizeiakt. Daraufhin sei der Vater der Hausbewohnerin eingeschritten. Der 45-Jährige hat laut Strafantrag, so Stütler, mit seiner Motorsäge die Besucher bedroht und sie so zum Verlassen seines Grundstücks genötigt. Beim Wegfahren seiner Mandantin mit ihrem Auto habe der Beklagte in die Motorhaube geschnitten, sagt Klagsvertreter Wolff.

Angstzustände

Wegen der Vorfälle mit der Motorsäge leide die Klägerin unter Angstzuständen, so Wolff. Deswegen habe der Lehrling in der Berufsschule eine Schularbeit nicht schreiben können. Der Beklagte bot der Klägerin in der vorbereitenden Tagsatzung im Zivilprozess als Schmerzengeld 1500 Euro an. Zivilrichter Röthlin lässt nun ein psychiatrisch-neurologisches Gutachten zu den Angstzuständen der Klägerin einholen. Dafür hat der Richter die Verhandlung vertagt.

“Weit überhöht”

Beklagtenvertreter Thomas Meier hält den geforderten Schadenersatz von 1500 Euro für den Autoschaden für weit überhöht. Das 17 Jahre alte Fahrzeug sei wohl nur 1000 Euro wert, meint der Anwalt des Beklagten. Klagsvertreter Wolff wies darauf hin, dass die Reparatur laut Kos­tenvoranschlag 1500 Euro kosten würde.