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Von Schwimmbädern bis Museen: Kalt-warm auch bei den Bilanzen

08.08.2025 • 11:29 Uhr
Von Schwimmbädern bis Museen: Kalt-warm auch bei den Bilanzen
Ausstellungshäuser und Mussen wurden im Juli gut besucht. Steurer

25 Regentage im Juli – von leeren Freibädern bis hin zu bestens besuchten Museen. So hat sich das durchwachsene Wetter im vergangenen Monat auf einzelne Branchen in Vorarlberg ausgewirkt:

Von Paulina Summer und Johanna Fussenegger

Der verregnete Juli hat in Vorarlberg deutliche Spuren hinterlassen – allerdings nicht überall negativ. Während Bergbahnen, Freibäder und Eisdielen über Einbußen klagen, freuen sich Kinos und Museen über Besucherrekorde. Wer vom schlechten Wetter profitierte – und wem die Sonne jetzt wieder gut tut.

Seilbahnen: Spürbarer Rückgang

Das große Sommergeschäft der Silvretta Montafon Bergbahnen startet erst im August – daher wird noch keine Zwischenbilanz gezogen. Aber: „Im Juli haben wir das Regenwetter deutlich gespürt. Veranstaltungen mussten abgesagt werden, und dadurch blieben auch Gäste aus“, berichtet Chefsekretärin Anja Sorel. Dennoch bleibt man optimistisch: „Sobald das Wetter passt, sind die Leute wieder am Berg.“3000 Tickets weniger.

Von Bezau auf die Niedere Wandertipp Hertha wandert
Seilbahnen Bezau. Glück

Auch Patrik Graf, Betriebsleiter der Seilbahn Bezau, bestätigt die Auswirkungen des Wetters: Im Juli wurden rund 3000 Tickets weniger verkauft als im Vorjahr. Dafür habe der Juni heuer „rekordmäßig“ abgeschnitten. Dietmar Tschohl, Geschäftsführer der Gondelbahn Sonnenkopf, berichtet: „Durch den Regen sind viele Tagesgäste ausgeblieben. Insgesamt liegen wir aber noch im Plus, weil wir die Saison früher starten konnten.“

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Kinos verzeichneten Besucherrekorde im Juli. Shutterstock

Kinos: Vergleichbar mit Wintermonaten

Das Kino des GUK in Feldkirch verzeichnete im Juli doppelt so viele Besucher wie im Vergleichsmonat des Vorjahrs. „Mit gut 20.000 verkauften Tickets ist dies vergleichbar mit den Wintermonaten“, sagt Kinoleiter Jason Breuss. „Das Kino ist im letzten Monat sehr gut gelaufen und konnte eine Umsatzsteigerung von 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen.“

Auch das Cineplexx Hohenems zählt Juli und August traditionell zu starken Kinomonaten, da in dieser Zeit viele Blockbuster starten. „Das Wetter spielt dabei eine Nebenrolle, entscheidend sei das Filmangebot“, meint Christof Papousek, geschäftsführender Gesellschafter Constantin Film & Cineplexx. „Österreichweit verzeichnen die Cineplexx-Kinos gesamt 1,1 Millionen Besucher und erzielten so einen Umsatz von 12 Millionen Euro – eine mehr als 20-prozentige Steigerung zum Vorjahr“, führte Papousek aus. „In diesem Sommer konnte das Cineplexx Hohenems bereits 60.000 Gäste begrüßen.“

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Die Lust auf Eis war im vergleichsweise kalten Juli weniger groß. Hartinger

Eisdielen: Eiszeit statt Eisgenuss

Der große Ansturm auf die Eisdielen in Vorarlberg blieb durch die vielen Regentage aus. Bei der Eismanufaktur Kolibri war es an den verschiedenen Standorten im Ländle deutlich ruhiger und an manchen Tagen blieben die Geschäfte sogar geschlossen. „Wenn es regnet, sind deutlich weniger Kinder und Familien unterwegs. Doch sobald sich die Sonne wieder zeigt und die Straßen trocknen, kommen die Leute und gönnen sich ein Eis“, erklärt Julia Arnold, ­Assistentin der Geschäftsleitung bei Kolibri. Nicht der Regen selbst, sondern vor allem die niedrigeren Temperaturen hätten die Lust auf Eis gedämpft, so Arnold weiter.

Beim Eisprinz in Bludenz fiel die Bilanz dank eines starken Starts in den Juli etwas positiver aus. „Einheimische kommen bei Regen zwar seltener in die Innenstadt, doch Touristen trotzen dem Wetter, um sich mit einem Eis zu verwöhnen“, berichtet Eisprinz-Chef Michael Tscholl.

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Schwimmbad Val Blu in Bludenz.

Schwimmbäder: Außen leer, ­innen voll

Die Feldkircher Freibäder waren im Juli zwar täglich geöffnet, doch die kühlen Temperaturen und zahlreichen Regentage trübten den Badespaß. Das Waldbad und die Felsenau in Feldkirch verzeichneten über 50 Prozent weniger Badegäste als im Vorjahr, berichtet Regina Morscher von den Freizeitbetrieben Feldkirch. Dank täglichem Aquafitness in beiden Bädern kamen dennoch einige Besucherinnen und Besucher.

Das Val Blu Hallenbad in Bludenz verzeichnete Rekordzahlen von bis zu 1000 Besuchern pro Tag: „Nur den Juli betrachtet, zählten wir mehr als doppelt so viele Gäste im Hallenbad, als im Vorjahr“, erklärt Geschäftsführer Jakob Glawitsch. Die Freibadeintritte lagen im selben Zeitraum hingegen um rund 60 Prozent unter dem Vorjahrswert.

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Museen: Es regnete viele Gäste

Die vielen Regentage im Juli haben die Inatura in Dornbirn regelrecht mit Besuchern geflutet. „Mit rund 28.000 Gästen war es der beste Juli aller Zeiten, so etwas hatten wir noch nie“, berichtet Direktorin Ruth Swoboda begeistert.

Auch das Schattenburgmuseum in Feldkirch zog dank Sonderausstellungen und Familienprogrammen sowohl Touristen als auch Einheimische an. Die Zahlen waren im Juli 2025 eine Steigerung zu vergangenen Jahren, allerdings ist der Zuwachs nicht allein dem schlechten Wetter geschuldet, betont Michaela Doppelbauer (PR und Veranstaltungen): „Die Burg ist allwettertauglich. Entscheidend für viele Besucherinnen und Besucher sind vor allem unsere tollen Veranstaltungen und das vielfältige Programm.“