Nächster Sparposten im Spital? Verwirrung um Jause im Kindergarten

Nach Sparmaßnahmen beim Kantinenessen sowie Diskussionen um angepasste Suppenportion sorgt nun Jause im Betriebskindergarten am LKH Feldkirch für Gesprächsstoff. Die KHBG spricht von einem Missverständnis.
Für die allermeisten Eltern gehört es zum Alltag, ihren Kindern am Morgen eine Jause für den Kindergarten oder die Schule herzurichten. Im Betriebskindergarten des LKH Feldkirch ist das anders geregelt: Dort werden die Jausen durch das Personal bzw. die Zentralküche bereitgestellt, das Mittagessen sowieso.
Nach mehreren Änderungen im Zuge des Sparkurses in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern, etwa beim Patientenessen und Kantinenangebot für Mitarbeiter, ist jetzt die Verpflegung im Betriebskindergarten in den Fokus gerückt. Im Umfeld des Krankenhauses wurde die Frage laut, ob nun auch die Vormittagsjause Teil des Sparprogramms ist.
Auslöser ist ein Schreiben der Kindergartenleitung vom 24. März. Darin heißt es: „Ab 1. Juli 2026 wird es hier eine Änderung geben: Die Kinder sollen ihre Jause wieder selbst von zu Hause mitbringen.“ Als Grund werden „organisatorische Abläufe“ genannt.
Missverständnis
Die Sprecherin der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft (KHBG), Andrea Marosi-Kuster, weist einen Zusammenhang mit Sparmaßnahmen zurück. „Es trifft nicht zu, dass die Vormittagsjause gestrichen wurde“. Vielmehr sei es „leider zu einem Missverständnis zwischen der Verwaltung und der Kindergartenleitung“ gekommen. Geplant sei eine andere Lösung: Künftig soll sowohl die Vormittags- als auch die Nachmittagsjause von der Zentralküche des LKH Feldkirch bereitgestellt werden. Bisher wurde sie von den Pädagoginnen selbst vorbereitet. Ziel der Umstellung sei es laut Marosi-Kuster, die Pädagoginnen zu entlasten, damit „mehr Zeit für die Kinder“ bleibt. Daher, so die Sprecherin weiter, „wurde intern in einem Prozess, an dem alle Beteiligten mitgearbeitet haben, die zukünftige Organisation der Vormittagsjause besprochen und entschieden, dass die Zentralbetriebsküche diese Arbeit übernimmt“.
Information folgt
Wie die NEUE erfuhr, gehen die Eltern derzeit noch davon aus, ab Juli die Jause wieder selbst mitzugeben. Die KHBG-Sprecherin begründet dies mit der laufenden Umstellung. Die internen Abläufe auf diese zusätzliche Tätigkeit müssten angepasst werden, heißt es. „Sobald diese Klärungen abgeschlossen sind, werden die Eltern umfassend informiert.“ Eine Unterbrechung der Jausenversorgung werde es jedenfalls nicht geben.
Tatsächlich ist das Thema nicht neu: Früher brachten die Kinder ihre Vormittagsjause selbst mit. Erst vor rund zweieinhalb Jahren wurde auf eine Bereitstellung durch den Kindergarten umgestellt, unter anderem weil häufig weniger ausgewogene Jausen mitgebracht wurden.
Rückmeldungen unterschiedlich
Die Diskussion fällt in eine Phase umfassender Sparmaßnahmen in den Landeskrankenhäusern. Zu den Reaktionen darauf heißt es von der KHBG: „Wie in der Bevölkerung insgesamt gibt es auch unter den Mitarbeitenden unterschiedliche Rückmeldungen.“ Gleichzeitig sei „ein breites Verständnis für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit verfügbaren Mitteln erkennbar“. Die KHBG betont in diesem Zusammenhang abermals, dass die Anpassung bei der Patientensuppe keine Sparmaßnahme sei. Die Portionsgröße sei reduziert worden, „um Lebensmittelabfälle zu vermeiden“.