Neustart im AK-Quartier: Wer jetzt das Lokal in der Schaffarei übernimmt

Nach dem frühen Aus des Vorgängers steht in Feldkirch ein neues Gastro-Konzept in den Startlöchern – Wer die neuen Pächter sind und was sie anders machen wollen.
Die Gastronomie im Arbeiterkammer-Quartier in Feldkirch stand zuletzt unter keinem guten Stern. Die Rückmeldungen der Gäste waren zwar positiv, dennoch war nach nur einem halben Jahr Schluss. Pächter Wolfgang Gosch warf Ende Jänner das Handtuch. Als Gründe nannte er vor allem die fehlende Laufkundschaft, die Lage abseits der klassischen Frequenzlagen und ein schwaches Mittagsgeschäft. Homeoffice, Teilzeit und ein insgesamt verändertes Essverhalten hätten die Situation zusätzlich verschärft.
Nun gibt es einen neuen Anlauf. Die Gastronomie in der Schaffarei wurde neu verpachtet, der Betrieb startet unter dem etwas sperrigen Namen „Schaffarei Gastronomie x Aventure“.
Sechs Bewerbungen
„In der Gastro-Branche ist es derzeit für niemanden leicht, deshalb sind wir froh, dass wir sogar sechs Bewerbungen hatten und mit den Besten davon gute Gespräche führen konnten“, sagt AK-Direktor Andreas Lampert auf NEUE-Anfrage. Den Zuschlag erhielten Alyssa Hüsan und Adrien Ventura. „Ein junges Paar, das viel Gastro-Erfahrung mitbringt und uns mit einem vielseitigen Konzept überzeugt hat“, so Lampert. Dieses reiche „von gesunden Bowls für die Mittagspause der Beschäftigten der umliegenden Betriebe bis hin zu einer wechselnden Abendkarte, die von Tapas bis Fine Dining reicht“. Die offizielle Eröffnung ist am 20. Juni ab 16 Uhr geplant.

Club mitgepachtet
Angesprochen werden sollen Beschäftigte aus der Umgebung ebenso wie Besucher von Veranstaltungen oder Familien. Die Clubräumlichkeiten im Keller wurden mitgepachtet und sollen künftig wieder stärker bespielt werden. Geplant sind unter anderem Weinverkostungen und neue Veranstaltungsformate.
AK-Direktor sieht Potenzial
Der vorige Pächter hatte vor allem das ausbleibende Mittagsgeschäft beklagt. Trotz rund 300 Arbeitsplätzen in unmittelbarer Nähe sei die Frequenz zu gering gewesen. Lampert sieht das Potenzial weiterhin. „In der direkten Nachbarschaft arbeiten mehrere hundert Menschen, das Potenzial ist also absolut da.“
Die Kritik am Standort teilt Lampert naturgemäß nicht. Vielmehr gehe es darum, das Angebot präziser auf die Bedürfnisse im Quartier abzustimmen. „Wir glauben, dass die Kombination aus Bowls und frischer Mittagsküche genau das ist, was hier im Quartier und in Feldkirch gesucht wird.“
Langfristige Perspektive
Der Pachtvertrag mit dem neuen Betreiberpaar ist bereits unterzeichnet und langfristig ausgelegt. Die Erfahrung der Pächter stimmt die Verantwortlichen zuversichtlich. „Das neue Pächterpaar kommt direkt aus der Praxis und weiß, worauf es im täglichen Betrieb ankommt“, sagt Lampert. In Verbindung mit einer klaren regionalen Ausrichtung sehe man gute Chancen für eine stabile Entwicklung. Letzteres kann die AK gut gebrauchen, ließ man sich die Schafferei doch eine Stange Geld kosten. Die Investitionen in die Generalsanierung des ehemaligen Jugendhauses Graf Hugo werden mit rund 4,4 Millionen Euro beziffert. Das Gebäude aus dem Jahr 1914 wurde dabei umfassend erneuert und als Zentrum für Arbeitskultur positioniert.