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Fünf Gemeinden planen großen Wurf in Götzis

04.05.2026 • 17:40 Uhr
Fünf Gemeinden planen großen Wurf in Götzis
Hartinger

Architektenwettbewerb gestartet. Vorhaben mit regionaler Bedeutung rückt einen Schritt näher.

Im mittleren Rheintal planen fünf Gemeinden ein gemeinsames Abfallsammelzentrum. Altach, Götzis, Koblach, Mäder und die Stadt Hohenems bündeln damit ihre Kräfte, um eine moderne Entsorgungsinfrastruktur zu schaffen. Grundlage ist ein geladener Architekturwettbewerb, der nun ausgeschrieben wurde.

Gebaut werden soll das Zentrum in Götzis, im Bereich Kobel. Das Grundstück liegt direkt beim Kreisverkehr „Buch“ an der L 190 und der L 203. Laut Ausschreibung wird der Standort als „Tor zu Götzis“ beschrieben, entsprechend hoch sind die Anforderungen an Architektur und Gestaltung.

Fünf Gemeinden planen großen Wurf in Götzis
Vogis

Die Umgebung ist dabei durchaus sensibel. In unmittelbarer Nähe befinden sich eine denkmalgeschützte Tankstelle sowie in rund 500 Meter Entfernung der islamische Friedhof in Hohenems, der architektonisch als hochwertig gilt. Auch das Headquarter eines Recyclingunternehmens liegt in der Nähe. Diese Rahmenbedingungen sollen bei der Planung berücksichtigt werden.

Herzstück Sägezahnrampe

Geplant ist mehr als ein klassischer Recyclinghof. Herzstück wird – so wie in Feldkirch – eine Halle mit einer Sägezahnrampe, an der Container angeordnet sind. Kundinnen und Kunden können dort ihre Abfälle von oben entsorgen. Daneben sind laut Ausschreibung eigene Bereiche für Problemstoffe, Elektrogeräte, wiederverwendbare Gegenstände sowie Grünschnitt vorgesehen. Auch ein Bürgerbüro, Lagerflächen und Aufenthaltsräume für Mitarbeiter sind Teil des Konzepts.

Mehrere Architekturbüros geladen

Für die Planung läuft derzeit ein geladener Wettbewerb. Eingeladen sind neun Architekturbüros, darunter Hermann Kaufmann + Partner, MW Architekten, Drexel Architekten, Studio Acker, Nadler Kopf, Bernardo Bader, Firm Architekten, Mitiska Wäger und Marte.Marte Architekten. Letztere haben bereits das Altstoffsammelzentrum in Feldkirch geplant, das nach einem Brand neu errichtet und kürzlich wieder eröffnet wurde.


Die Entwürfe müssen bis 1. Juli eingereicht werden, ergänzende Unterlagen folgen bis 8. Juli. Bereits am 13. Juli entscheidet das Preisgericht über das Siegerprojekt. Nach der Entscheidung soll rasch weitergearbeitet werden. Mit dem Siegerbüro wird verhandelt, danach startet die Planung. Diese soll im Herbst 2026 beginnen. Die Fertigstellung des Abfallsammelzentrums ist für Herbst 2028 anvisiert.

Im Baurecht

Das Grundstück für das geplante Abfallsammelzentrum wird von Agrargemeinschaft Götzis für zunächst 40 Jahre im Baurecht zur Verfügung gestellt, mit einer Option auf Verlängerung um weitere 40 Jahre. Damit bleibt das Grundstück im Eigentum, während Bau und Betrieb über den Gemeindeverband abgewickelt werden.
Zur Höhe der Errichtungskosten gibt es derzeit noch keine konkreten Angaben. In den Wettbewerbsunterlagen ist lediglich vorgesehen, dass die teilnehmenden Architekturbüros eine Kostenschätzung erstellen müssen, die innerhalb einer Toleranz von plus minus 20 Prozent liegt. Der Baugrund selbst stellt offenbar eine Herausforderung dar. Laut Ausschreibung bestehen Teile des Untergrunds aus wenig tragfähigen Schichten.