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Großes Schwitzen im LKH Feldkirch: Ausbau von Kühlgeräten sorgt für Unmut

19.06.2026 • 18:30 Uhr
Großes Schwitzen im LKH Feldkirch: Ausbau von Kühlgeräten sorgt für Unmut
Spitalspersonal in Feldkirch muss ordentlich schwitzen. Symbolbild Shutterstock/KI

Mitten in der Hitzesaison wurden im Landeskrankenhaus Feldkirch mehrere Umluftkühlgeräte außer Betrieb genommen. Nicht nur der Zeitpunkt der Maßnahme sorgt für Kritik. Betriebsratsvorsitzender spricht von „unbefriedigender Situation“.


m Landeskrankenhaus Feldkirch kämpfen Mitarbeiter und Patienten auch in diesem Sommer mit hohen Temperaturen. Brisant ist die Situation vor allem deshalb, weil mehrere Umluftkühlgeräte ausgebaut werden mussten. Die Geräte entsprechen laut Krankenhaus-Betriebsgesellschaft (KHBG) nicht mehr den aktuellen hygienischen Anforderungen. Der Zeitpunkt der Maßnahme und die Folgen für die betroffenen Bereiche sorgen allerdings für Kritik.


In einem internen Schreiben, das der NEUE vorliegt, informierte die Krankenhausleitung die Belegschaft darüber, dass die betroffenen Geräte entfernt werden müssen, um den geltenden Standards zu entsprechen. Konkret verweist die KHBG auf die Önorm H 6020. Diese schreibt vor, dass Umluftkühlgeräte mit nasser Kühlung in medizinisch genutzten Bereichen über einen Ein- und Austrittsfilter verfügen müssen. Die bisher verwendeten Geräte verfügten laut Krankenhausleitung lediglich über einen Eintrittsfilter.
Das Landeskrankenhaus Feldkirch sei über 50 Jahre alt und stoße in mehreren Bereichen baulich und technisch zunehmend an seine Grenzen, heißt es in dem Schreiben. Die Klimatisierung der Räume sei davon ebenfalls betroffen.

Großes Schwitzen im LKH Feldkirch: Ausbau von Kühlgeräten sorgt für Unmut
Großes Schwitzen im LKH Feldkirch: Ausbau von Kühlgeräten sorgt für Unmut


Lösung noch nicht in Sicht

Besonders problematisch ist die Situation für jene Bereiche, in denen die nun entfernten Geräte bislang im Einsatz waren. Dort steht laut KHBG derzeit keine aktive Kühlung mehr zur Verfügung. Als kurzfristige Maßnahmen werden Lüften in den frühen Morgenstunden und das Abdunkeln der Räume empfohlen.
Die KHBG weist auf NEUE-Anfrage jedoch darauf hin, dass ein Großteil des Krankenhauses über andere Kühlsysteme verfügt. Umluftkühlgeräte seien lediglich in wenigen Teilbereichen eingesetzt worden. Nicht betroffen seien Operationssäle, Intensivbereiche sowie andere technisch anspruchsvolle medizinische Bereiche, die über eigene Kühlsysteme verfügen. Auch die Patientenzimmer in den Bettentürmen sind vom aktuellen Ausbau der Umluftkühlgeräte nicht betroffen. Dort gibt es aufgrund der baulichen Gegebenheiten keine aktiven Kühlsysteme beziehungsweise Klimaanlagen. Hohe Temperaturen in den Sommermonaten sind dort seit Jahren ein bekanntes Thema.

Die betreffende ÖNORM wurde bereits im März 2024 ausgegeben. Auf Nachfrage erklärt die KHBG, dass die Abweichung bei einer routinemäßigen Wartung festgestellt worden sei. Mobile Ersatzgeräte seien aus hygienischen Gründen im Krankenhaus nicht zulässig. Für die betroffenen Bereiche müsse nun eine dauerhafte technische Lösung ausgeschrieben werden. Da es sich um ein größeres Projekt handle, sei ein Vergabeverfahren notwendig. Wann die neue Lösung umgesetzt werden kann, hängt laut KHBG von den gesetzlichen Fristen, den ausführenden Firmen und den Lieferzeiten ab.

„Situation äußerst unbefriedigend“

Der Betriebsrat bezeichnet die Lage als „äußerst unbefriedigend“. Zwar sei nur eine vergleichsweise geringe Anzahl von Geräten außer Betrieb genommen worden. Ein Großteil davon habe sich jedoch in besonders stark belasteten Arbeitsbereichen befunden.
„Die derzeit geplanten Maßnahmen können eine kontinuierliche Kühlung selbstverständlich nicht ersetzen“, hält Betriebsratsvorsitzender Anton Kohler fest. Grundsätzlich seien Mitarbeiter aller Berufsgruppen betroffen. Prozentuell treffe es jedoch die Pflege am stärksten, da sie die größte Berufsgruppe im Krankenhaus darstelle.


Nach Angaben des Betriebsrats wurden die betroffenen Stationen informiert und mögliche Alternativen besprochen. Als Entlastungsmaßnahmen wurden unter anderem Turmventilatoren, isotonische Getränke, zusätzliche Getränkeangebote, Obst sowie Kühlwesten bereitgestellt. Zudem sei die Leistung bestehender Be- und Entlüftungsanlagen erhöht worden. Für den Betriebsrat gilt es nun, die betroffenen Mitarbeiter zu unterstützen und die geplanten Maßnahmen am Standort Feldkirch mit hoher Priorität voranzutreiben. Denn die Problematik beschränke nicht auf jene Bereiche, in denen die Geräte ausgebaut wurden. Bereits heute würden die Temperaturen auf vielen Stationen während der Sommermonate regelmäßig über 30 Grad Celsius steigen. Besonders betroffen seien süd- und westseitig ausgerichtete Bereiche des Krankenhauses.

Situation wirft Fragen auf

Einige Abteilungen hätten deshalb bereits sogenannte Hitzeprotokolle geführt und dokumentiert. Die technische Abteilung zeige sich sehr bemüht und arbeite intensiv daran, praktikable Lösungen zu entwickeln, die zumindest eine spürbare Entlastung bringen könnten, so der Betriebsratsvorsitzende auf Anfrage.
Für den Betriebsrat wirft die aktuelle Situation auch grundsätzliche Fragen auf. Man habe selbst erst kurz vor Aussendung des internen Schreibens von der Nichtzulassung der Geräte erfahren. Kohler stellt zudem die Frage, ob das Land bzw. die KHBG den baulichen Herausforderungen des Standorts in der Vergangenheit ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet habe. Schließlich verfüge das Landeskrankenhaus Feldkirch über die älteste Gebäudestruktur unter den Vorarlberger Landeskrankenhäusern und nehme als Schwerpunktkrankenhaus eine zentrale Rolle ein.

Zukunft der Bettentürme

Unabhängig von der aktuellen Diskussion läuft derzeit die Planung für die künftige Entwicklung des Krankenhausareals. Eine Entscheidung über mögliche Sanierungen, Neubauten oder einen Ersatz der bestehenden Bettentürme ist laut KHBG noch nicht gefallen. Die laufende Grobkonzeptionierung soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden.
Für Mitarbeiter und Patienten bleibt zu hoffen, dass die angekündigten technischen Lösungen möglichst rasch umgesetzt werden. Denn die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.