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Ferialjobs 2026: Zwischen rund 250 Bewerbungen und rückläufigem Bedarf

13.08.2026 • 17:00 Uhr
Ferialjobs 2026: Zwischen rund 250 Bewerbungen und rückläufigem Bedarf
Speziell in Produktionsabteilungen arbeiten im Sommer viele Ferialarbeitskräfte. AFP, ZVF (4)

Die NEUE hat sich bei größeren Unternehmen in Vorarlberg umgehört und Stimmen zum Thema Ferialarbeit eingeholt. Während manche Unternehmen in den letzten Jahren auf neue Kanäle setzen, bleibt für andere vieles gleich.

Die Sommerferien gehen in den westlichen Bundesländern in die zweite Hälfte. Für viele Jugendliche bedeutet und bedeutete dies in Form eines Ferialjobs erste Berufserfahrungen zu sammeln.

Die NEUE hat sich bei führenden Unternehmen in Vorarlberg umgehört, wie sich die Vergabe von Ferialjobs bei diesen gestaltet. Es wurden Stimmen aus Industrie und Lebensmittelbranche eingeholt. Die Sprecher legen dar, wie viele Stellen besetzt werden und was sich in den letzten Jahren bei der Mitarbeitersuche verändert hat und was gleichgeblieben ist. Zudem erläutern sie Erwartungen in die Jugendlichen speziell, wenn diese erste Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln.

Veränderungen oder nicht

Während es beispielsweise von Seiten Blum heißt, dass es in den vergangenen Jahren keine wesentlichen Veränderungen bei der Suche nach Ferialarbeitern gab, betonen andere Unternehmen sowohl erleichternde als auch erschwerende Faktoren. Von Zumtobel heißt es, dass mehr Planungssicherheit erkennbar sei, da Bewerber seltener abspringen.

Im Gegensatz hierzu gibt das Unternehmen Rauch Fruchtsäfte an, dass sie in einem stärkeren Wettbewerb um motivierte Arbeitskräfte stehen. Rauch sieht, dass potenzielle Bewerber einen schnellen und einfachen Prozess erwarten. Sutterlüty verzichte in der Regel auf einen klassischen Bewerbungsprozess und setzt auf eine Mischung aus digitalen Stellenausschreibungen und Empfehlungen.

Der Personalleiter von Rondo, Felix Stecher, erklärt, das Unternehmen erhalte das ganze Jahr über Initiativbewerbungen und decke so seinen Bedarf. Christina Widmer von Alpla legt dar, die Suche werde dort komplett über die eigene Website abgewickelt. Dies funktioniere sehr gut, nach Unternehmensangaben werden aber aktuell weniger Ferialmitarbeiter gesucht als früher.

“Rund 250 Bewerbungen”

Liebherr beschäftigt in Vorarlberg jedes Jahr rund 90 Ferialarbeiter. Wie Pressesprecher Wolfgang Pfister anführt, gehen rund 250 Bewerbungen beim Unternehmen in Nenzing ein. Dabei ist der Großteil der Ferialarbeiter in der Produktion tätig. Andere Einsatzbereiche sind Technik, Vorentwicklung, Vertrieb, Kundendienst und in kaufmännischen Berufsbildern.

„Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation gestaltet sich die Suche nach Ferialarbeiterinnen und Ferialarbeitern für uns derzeit vergleichsweise einfach. Viele Unternehmen nehmen aktuell keine Ferialkräfte auf, weshalb wir nur wenige Absagen erhalten“, führt Pfister die Konsequenzen der aktuellen Lage für die Ferialjobsuche aus.

Aufgrund der hohen Anzahl an Bewerbungen und der dementsprechend starken Nachfrage an Ferialstellen sei es dem Unternehmen möglich, auszuwählen, wer von den Interessierten angenommen wird. Die Ausschreibungen erfolgen vor allem über die unternehmenseigene Homepage. Vereinzelt wird auch über die Plattform „aha“ (Jugendinfo Vorarlberg) gesucht.

Fachliche Vorkenntnisse seien nicht erforderlich. Stattdessen hebt Pfister wichtige Soft Skills hervor: Motivation, Eigenantrieb, Lernbereitschaft, Interesse, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit. Entscheidend sei die Bereitschaft Neues zu lernen und sich aktiv einzubringen.

Ferialarbeit sei über die kurzfristige Unterstützung hinausgehend auch eine Chance für das Unternehmen selbst sich jungen Menschen als Arbeitgeber zu präsentieren. Damit einergehend sei es auch eine Gelegenheit über die beruflichen Möglichkeiten in der Firma zu informieren.

Ferialjobs 2026: Zwischen rund 250 Bewerbungen und rückläufigem Bedarf
Wolfgang Pfister, Pressesprecher bei Liebherr Nenzing. Liebherr

“Neue Sichtweisen”

Die Firma Zumtobel beschäftigt dieses Jahr insgesamt 81 Ferialarbeiter, hauptsächlich in den Bereichen Produktion und Logistik. In den letzten Jahren habe sich die Planungssicherheit bei Ferialstellen erhöht. Ferialarbeitskräfte springen seltener ab. Das Unternehmen erwartet vor allem Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.

Eva Martinez, SVP Global HR bei Zumtobel erklärt: „Ich finde es wichtig, jungen Menschen früh einen echten Einblick in die Arbeitswelt zu geben. Ein Ferialpraktikum bedeutet mehr als nur mitzuarbeiten. Ferialpraktika geben die Chance, Neues auszuprobieren, Verantwortung zu übernehmen und herauszufinden, was einem liegt.

Martinez sieht diesbezüglich weitere Aspekte, durch welche das Unternehmen profitieren kann: „Junge Menschen stellen Fragen, bringen neue Sichtweisen ein und erinnern uns daran, Dinge immer wieder neu zu hinterfragen. Dass viele von ihnen mehrere Sommer zu uns zurückkommen, freut mich besonders.“

Ferialjobs 2026: Zwischen rund 250 Bewerbungen und rückläufigem Bedarf
Eva Martinez, SVP Global HR der Zumtobel Group. Zumtobel Group

“Wettbewerb nimmt zu”

Bei Rauch Fruchtsäfte sind 2026 rund 60 bis 80 Ferialarbeiter beschäftigt. Diese sind vor allem in den Bereichen Produktion, Labor, Qualitätsmanagement, Logistik/Lager, Technik/Instandhaltung sowie Verwaltung tätig. Laut Personalleiterin Jana De Stefano hat sich die Personalsuche bei Rauch Fruchtsäfte in den vergangenen Jahren stark verändert. Dies führt sie auf verschiedene Faktoren zurück.

„Während früher klassische Stellenanzeigen oft ausgereicht haben, müssen wir heute deutlich aktiver auf potenzielle Bewerberinnen zugehen. Junge Menschen informieren sich zunehmend über digitale Kanäle und erwarten einen einfachen und schnellen Bewerbungsprozess. Gleichzeitig stellen wir fest, dass die Zahl der Bewerbungen teilweise rückläufig ist und der Wettbewerb um engagierte Ferialkräfte zwischen Unternehmen zunimmt.“

Fachliche Vorkenntnisse werden von Ferialarbeitskräften nicht erwartet. Wichtig sei Rauch vor allem, dass diese die Gelegenheit nutzen, um erste Erfahrungen zu sammeln.

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Jana De Stefano, Personalleiterin bei Rauch Fruchtsäfte. Rauch Fruchtsäfte

“Realistischer Einblick”

Bernhard Erkinger, Leiter Recruiting & Employer Branding, hält fest, dass dem Unternehmen wichtig sei, Ferialarbeitern einen realistischen Einblick in die Arbeitswelt zu geben. Gerade von Personen, die ihre ersten Berufserfahrungen sammeln, sei es dem Unternehmen wichtig, dass diese neugierig sind, Fragen stellen und sich aktiv einbringen. Wesentliche Veränderungen bei der Suche nach Ferialarbeitern sieht Erkinger nicht. Die Nachfrage nach Jobs sei weiterhin groß.

„Auch bei den Kanälen setzen wir weiterhin auf bewährte Wege: Ferialstellen sind sehr beliebt, weshalb wir sie vor allem über unsere Karrierewebsite sichtbar machen. Zusätzlich nutzen wir den persönlichen Kontakt, etwa bei Job- und Ausbildungsmessen, um junge Menschen direkt über die Möglichkeiten bei Blum zu informieren.“

In Summe hat das Unternehmen dieses Jahr rund 110 Ferialjobs in Vorarlberg vergeben. Haupteinsatzbereiche je nach Bedarf und Möglichkeit sind Produktion, Logistik, Verwaltung und technische Bereiche.

Ferialjobs 2026: Zwischen rund 250 Bewerbungen und rückläufigem Bedarf
Bernhard Erkinger, Leiter Recruiting & Employer Branding bei Blum. Blum Group

“Prozess angepasst”

Der Lebensmittelnahversorger Sutterlüty beschäftigt jährlich rund 20 Ferialarbeiter. Davon sind die meisten direkt in den Märkten tätig wie in Sortimentsabteilungen, bei Obst und Gemüse sowie beim Auffüllen von Waren. Allerdings werden nur volljährige Personen an der Kassa eingesetzt. Recruiterin Nadine Spanring erklärt, dass in den vergangenen Jahren Änderungen beim Bewerbungsprozess vorgenommen wurden.

„Wir erhalten jedes Jahr sehr viele Bewerbungen für Ferialstellen. Deshalb haben wir unseren Prozess in den letzten Jahren bewusst angepasst und stärker zentral gesteuert.“

Auf einen klassischen Bewerbungsprozess werde in der Regel verzichtet. Einsatzzeiten sind zumeist auf wenige Wochen begrenzt. Als Plattformen werden laut Spanring vor allem die Karriereseite des Unternehmens, die Plattform „aha Ferienjob“ sowie Instagram verwendet. Darüber hinaus spielen für das Unternehmen auch persönliche Empfehlungen durch feste Mitarbeiter oder deren Familien eine wichtige Rolle.

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Nadine Spanring, Recruiterin bei Sutterlüty. Christian Kerber/Sutterlüty Handels GmbH

“Bedarf deutlich verändert”

Von Seiten des Technologieunternehmens Alpla heißt es, dass sich der Bedarf an Ferialkräften deutlich verändert habe. Es werden weniger Ferialkräfte gesucht als früher, die einzelnen Abteilungen wägen ihren Bedarf stärkter ab. Stellen werden ausschließlich über die eigene Website vergeben. Das Unternehmen beschäftigt dieses Jahr 28 Personen in Hard und 27 in Fußach. Einsatzbereiche reichen vom Werkzeugbau über die Personalabteilung bis zur IT.

Christina Widmer betont, es werden vor allem Interesse, Motivation und Verlässlichkeit erwartet. Im Hinblick auf jüngere Personen sagt sie: “Gerade bei jungen Menschen ist Lernbereitschaft, ein respektvoller Umgang miteinander und die Bereitschaft, Verantwortung für die übertragenen Aufgaben zu übernehmen, wichtig.”

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Christina Widmer, People Operations Specialist bei Alpla. Alpla

“Das ganze Jahr Initiativbewerbungen”

Bei Rondo in Frastanz werden jährlich rund 30 Ferialkräfte eingesetzt. Diese seien hauptsächlich in den Produktionsabteilungen tätig. Felix Stecher, Personalleiter bei Rondo, erklärt, dass notwendige Stellen durch Initiativbewerbungen besetzt werden können.

“Wir erhalten das ganze Jahr über Initiativbewerbungen von Schülern und Studenten, die einen Ferialjob suchen. So können wir die Positionen, die wir über die Sommer- bzw. Ferienmonate anbieten, nach wie vor gut besetzen.”

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Felix Stecher, Personalleiter bei Rondo Ganahl AG. Rondo