Vier Verkehrsprojekte gegen den Stau im Unteren Rheintal: So steht es um die Umsetzung

Verkehrslandesrat Bitschi klärt über aktuellen Stand bei Projekten am Kreisverkehr Dornbirn Nord, A14-Anschluss Wolfurt-Lauterach, Achparkkreuzung und S18 auf.
Pendler und Anrainer im Unteren Rheintal sind das Problem leid: In aller Regelmäßigkeit staut es sich an neuralgischen Verkehrsknotenpunkten in der Region wie dem Kreisverkehr Dornbirn Nord, der Achparkkreuzung Lauterach und der L204 vor dem Grenzübergang Lustenau. Zur Lösung der Probleme schweben Verkehrslandesrat Christof Bitschi (FPÖ) mehrere Projekte vor: der Umbau des Kreisverkehrs Dornbirn Nord zu einer Kreuzung, der Vollausbau der Halbanschlussstelle Wolfurt/Lauterach, die Neugestaltung der Achparkkreuzung und nicht zuletzt die Umsetzung des Jahrhundertprojekts S18. In der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der ÖVP-Landtagsabgeordneten Clemens Ender und Christina Hörburger gibt der Landesstatthalter umfassenden Einblick in den Umsetzungsstand der Projekte. Die NEUE fasst die wichtigsten Eckdaten zusammen.
Kreisverkehr Dornbirn Nord
Der Güterbahnhof Wolfurt ist ohne Frage einer der zentralen Treiber für Staus in der Region. Im Schnitt 600 Lkw pro Tag fahren zur Zollabwicklung dorthin. Bitschi sieht vor, als Entlastungsmaßnahme den Kreisverkehr Dornbirn Nord zu einer Kreuzung mit Ampelsteuerung umzubauen, inklusive sechs bzw. sieben Spuren aus jeder Fahrtrichtung. Die Umsetzung ist für 2028 vorgesehen.

Darüber hinaus soll auch die Digitalisierung des Zollverfahrens das Lkw-Aufkommen rund um den Güterbahnhof reduzieren. Bitschi berichtete bereits Anfang Juli in einer gemeinsamen Aussendung mit Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (ÖVP) über den Umsetzungsstand: So werden nach dem Pilotbetrieb in Feldkirch-Tisis bis Ende August die Standorte Höchst, Mäder, Meiningen und Hohenems digital in Betrieb genommen, Lustenau folgt im September. Laut Anfragebeantwortung wird das papierbasierte Laufzettelverfahren bereits im September beendet, was das Lkw-Aufkommen verringern soll.
Vollanschluss Wolfurt/Lauterach
Ebenfalls zur Abfederung des Verkehrs rund um den Güterbahnhof soll der Autobahnanschluss Wolfurt/Lauterach zum Vollanschluss ausgebaut werden. Die Umsetzung dieses Vorhabens gestaltet sich deutlich schwieriger, denn anders als bei der Neugestaltung von Landesstraßen reden hier Asfinag und Verkehrsministerium in Wien mit. Laut einer ESA (Erweiterte strategische Analyse für Anschlussstellenwünsche) ist aufgrund der Auslastung der Hauptfahrbahn ein Ausbau derzeit nicht genehmigungsfähig.

Allerdings erstellt die Asfinag ein sogenanntes Streckenkonzept für den Autobahnabschnitt zwischen Hohenems und Wolfurt/Lauterach. Im Zuge dessen werden andere Maßnahmen für diesen Bereich der A14 interessant: So entsteht zwischen der Anschlussstelle Lauterach/Wolfurt und der Brücke über die Bahnlinie bei Lauterach ein Verkehrskontrollplatz inklusive mehrerer elektronischer Überkopfanzeigen. Diese dienen laut Asfinag primär der gezielten Ausleitung von Lkw für Kontrollen auf diesem Platz, darüber hinaus soll aber auch die dynamische Anzeige von Tempolimits möglich sein und das System damit einer Verkehrsbeeinflussungsanlage, die bereits seit Langem von verschiedenen Parteien gefordert wird, nahekommen. Die Umsetzung soll bis Ende 2029 dauern, Erkenntnisse aus dem Asfinag-Streckenkonzept dürften bereits Ende 2026 vorliegen.
Umbau Achparkkreuzung
Die Kreuzung am Lauteracher Achpark, wo L3 und L190 aufeinandertreffen, ist zu Stoßzeiten ebenfalls oft überlastet und soll umgebaut werden. Ein Problem stellte dabei lange der fehlende Platz für zusätzliche Spuren dar, doch mit dem Abbruch des ehemaligen Gasthauses Bären ist Abhilfe geschaffen worden. Laut Anfragebeantwortung wurden fünf verschiedene Varianten für die Achparkkreuzung diskutiert. Am Ende entschied man sich für ein vierstufiges Konzept, das vorsieht, die Linksabbiegespur von Hard kommend zu verlängern und einen kombinierten Geh- und Radweg samt sicherem Übergang zu schaffen.

Bitschi berichtet: “Die Entscheidung zum Umbau ist getroffen und die Planung ist in Ausschreibung. Unter der Voraussetzung, dass keine unerwarteten Verzögerungen eintreten, sollte die Umsetzung dieser Maßnahme nach derzeitigem Zeitplan im Jahr 2028 erfolgen.”
UVP-Verfahren für S18
Bleibt noch die Bodenseeschnellstraße S18, die die A14 mit der Schweizer Autobahn verbinden und Lustenau entlasten soll. Das kontrovers diskutierte Projekt liegt seit Jahrzehnten in verschiedenster Ausführung in den Schubladen von Verkehrsministerium und Landhaus. Seit Herbst 2025 befasst sich die Asfinag mit der Bearbeitung eines Einreichprojektes für eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Hier befindet man sich noch relativ weit am Anfang: Der Anfragebeantwortung zufolge läuft ein Optimierungsprozess zur Festlegung der Linienführung und der Anschlussstellen der S18. Außerdem müssen Daten wie Verkehrszahlen, Tier- und Pflanzenbestand geprüft und teils aktualisiert werden.

Die Asfinag strebt laut Bitschi das Jahr 2028 für die Einreichung des UVP-Verfahrens an. Bis ein rechtskräftiger Baubescheid für die S18 vorliegt, könnte es also noch eine Weile dauern.
(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)