1.133 Schulpflichtverletzungen in der Sommerschule

06.10.2026 • 13:24 Uhr
1.133 Schulpflichtverletzungen in der Sommerschule

1.133 Schulpflichtverletzungen haben die Bildungsdirektionen aufgrund des Schwänzens der Sommerschule in den letzten beiden Ferienwochen gemeldet. Das teilte das Bildungsministerium auf APA-Anfrage mit. Heuer war die Sommerschule erstmals für Kinder aus Deutschförderklassen verpflichtend. Insgesamt nahmen heuer 60.400 Schülerinnen und Schüler teil, knapp 15.600 waren dazu verpflichtet. Rund sieben Prozent haben diese also trotz Verpflichtung geschwänzt.

Die meisten Schulpflichtverletzungen wurden dabei in Wien verzeichnet, gefolgt von Oberösterreich und der Steiermark. Das sind auch jene Bundesländer, in denen am meisten Kinder zur Teilnahme verpflichtet waren. Insgesamt waren etwas mehr als drei Prozent der angemeldeten Schülerinnen und Schüler (also inklusive der freiwilligen) an den zehn Tagen der Sommerschule nicht anwesend.

Ursprünglich war die Sommerschule 2020 eingeführt worden, um Kinder und Jugendliche mit coronabedingten Lernrückständen beim Lernen zu unterstützen. Seit 2022 steht das Angebot auch Schülerinnen und Schülern mit besonderen Interessen und Begabungen offen. Heuer wurde erstmals ein Schwerpunkt auf Sprachförderung gelegt. Erstmals war die Teilnahme für jene Kinder verpflichtend, die aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse am ersten Tag des Sommersemesters eine Deutschförderklasse besuchten oder erst im Sommersemester als außerordentliche Schüler aufgenommen wurden.

4.200 Gruppen an 920 Standorten

An den 920 Sommerschul-Standorten wurden bundesweit 4.200 Gruppen geführt. Die über 60.000 angemeldeten Schülerinnen und Schüler wurden dabei von rund 4.800 Lehrkräften unterrichtet. Davon waren 3.362 Lehrpersonen in einem aufrechten Dienstverhältnis, 1.432 waren über einen Vertrag beschäftigt – das betraf vor allem Studierende oder Lehrerinnen bzw. Lehrer im Ruhestand.

Die rund 60.000 Anmeldungen sind ein neuer Rekord für die Sommerschule. Selbst wenn man nur die freiwilligen Teilnahmen heranzieht, ergibt sich noch ein deutliches Plus gegenüber den Vorjahren (2025: 41.100). Diese Zahlen würden zeigen, wie wichtig dieses Angebot geworden sei, so Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) in einer Aussendung. “Besonders freut mich, dass wir mit der verpflichtenden Teilnahme für Schülerinnen und Schüler in Deutschförderklassen einen weiteren Schritt für mehr Bildungschancen gesetzt haben. Die Sommerschule schafft bessere Voraussetzungen für einen guten Start ins neue Schuljahr und ist damit ein wichtiger Baustein für mehr Chancengerechtigkeit.”