19 Prozent lehnen öffentliches Stillen von Babys ab eins ab

19 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher finden öffentliches Stillen von Kindern ab einem Jahr nicht in Ordnung, weitere 13 Prozent das Stillen von Kindern ab zwei. Das zeigte eine repräsentative Online-Umfrage unter 1.000 Menschen in Österreich, die im Juni vom Marktforschungsinstitut TQS im Auftrag des Babyartikel-Herstellers MAM durchgeführt wurde. 39 Prozent fanden Stillen unabhängig vom Alter akzeptabelunabhängig vom Alter akzeptabel, hieß es am Samstag in einer Aussendung.
Je älter das gestillte Kind war, desto größer war das Unverständnis bei den Befragten der Studie, die anlässlich der Weltstillwoche vom 1. bis 7. August veröffentlicht wurde. Während es nur drei Prozent als unangemessen empfinden, wenn Babys unter sechs Monaten gestillt werden, waren es bei Kindern ab einem Jahr 19 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eigentlich, Babys in den ersten sechs Monaten ausschließlich zu stillen. Danach sollte man mit Beikost beginnen, während das Kind weiterhin gestillt wird – bis es zwei Jahre alt ist oder darüber hinaus.
Befragte finden Stillen älterer Kinder “irritierend”
Die Begründungen für die Ablehnung unter den Befragten waren unterschiedlich. 39 Prozent fanden das Kind schlicht “zu alt”, 21 Prozent empfanden Stillen älterer Kinder als “irritierend”. 14 Prozent sahen die Gefahr, dass das Kind zu abhängig von der Mutter wird.
Qualitative Aussagen der Befragten zeigten ein ähnliches Bild: “Es schaut nicht gut aus und macht kein gutes Bild in der Öffentlichkeit”, “weil es am ehesten zur Selbstdarstellung der Mutter dient, und nicht dem Säugling zur Ernährung”, “weil es in einem Restaurant irgendwie komisch wirkt”, “es braucht keine Frau in der Öffentlichkeit ihre Brüste rausholen”, lauteten einige Äußerungen.
Unterschiedliche Ansichten nach Alter und Bildung
Während etwa gleich viele Männer (20 Prozent) und Frauen (18 Prozent) angaben, öffentliches Stillen von älteren Kindern abzulehnen, zeigten sich Unterschiede je nach Altersgruppe. Nur 14 Prozent der 16- bis 29-Jährigen sahen Stillen ab einem Jahr kritisch. Bei den 50- bis 65-Jährigen stieg dieser Wert auf 24 Prozent an. Auch das Bildungsniveau spiele eine Rolle, hieß es in der Aussendung. 45 Prozent der Befragten mit akademischem Abschluss gaben an, Stillen in der Öffentlichkeit unabhängig vom Alter des Kindes als selbstverständlich zu empfinden.
“Wir setzen uns mittlerweile seit vier Jahren für die Normalisierung des Stillens in der Öffentlichkeit ein und sind jedes Jahr aufs Neue erschreckt, wie viel Unbehagen – oder mehr noch: Ablehnung – Stillen hervorruft”, wurde Sabrina ens in der Öffentlichkeit ein und sind jedes Jahr aufs Neue erschreckt, wie viel Unbehagen – oder mehr noch: Ablehnung – Stillen hervorruft”, wurde Sabrina Krejan von MAM Baby zitiert. “Jede Person, die Stillen in der Öffentlichkeit unabhängig vom Alter des Kindes nicht akzeptiert, trägt dazu bei, dass Mütter in die gesellschaftliche Unsichtbarkeit gedrängt werden.”