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Ein vorhergesagter Weltmeistertitel

26.07.2026 • 08:00 Uhr
Ein vorhergesagter Weltmeistertitel
Der ASTV Walgau hat sich mit Ansage den Weltmeistertitel gesichert. Stiplovsek (2), Verein (5)

Sie haben es tatsächlich geschafft. Nachdem der ASTV Walgau sich im letzten Jahr beim Dance World Cup in Spanien zum Vizeweltmeister getanzt hatte, gelang in diesem Jahr in Dublin der ganz große Wurf. Und das mit Ansage.

Ziemlich genau vor einem Jahr, am 27. Juli 2025, erschien in der NEUE am Sonntag ein Bericht über den Akrobatik- und Showtanzverein (ASTV) Walgau. Damals ging es um den bis dato größten Erfolg der jungen Tänzerinnen und Tänzer in ihrer seit 2011 bestehenden Vereinsgeschichte: Die Truppe um Trainerin Nicole Tschabrun hatte beim Dance World Cup im spanischen Burgos den Vizeweltmeistertitel gewonnen. Wenn man bedenkt, dass die jungen Athletinnen und Athleten aus Schlins, Schnifis, Rankweil, Frastanz, Feldkirch, dem Silbertal und wo sie alle herkommen, ihre Leidenschaft als Hobby ausüben und etablierte, professionelle Tanzschulen hinter sich gelassen haben, ist diese Leistung mehr als bemerkenswert.

Weltmeister beim Dance World Cup 2026 in Dublin
Am Abend der Entscheidung lieferten alle eine perfekte Show und…
Weltmeister beim Dance World Cup 2026 in Dublin
…sicherten sich verdient den Weltmeistertitel.

Die Ansage

Schon bald nach dem großen Erfolg begannen die Planungen für das Jahr 2026, heuer sollte die Tanz-Weltmeisterschaft in Dublin über die Bühne gehen. Und eines war zu diesem Zeitpunkt schon klar: Es wird ein Anlauf unternommen, sich den Weltmeistertitel unter den Nagel zu reißen.
Und nachdem man sich in Wels für den Hauptbewerb qualifiziert hatte, machte man diese, mit ordentlich Selbstvertrauen getätigte Ansage, zur Realität. Der ASTV Walgau krönte sich in Irland zum Weltmeister. Was für eine Geschichte. Dabei begann alles mit einer Hiobsbotschaft. Auf dem Weg zu besagter Qualifikation, die eben in Wels stattfand, gab es einen Ausfall zu beklagen: „Eine Tänzerin, die einen essenziellen Part in der Show einnehmen sollte, wurde krank. So mussten wir auf dem Hinweg überlegen, wie wir das mit einer Person weniger bewerkstelligen sollten. Dann mussten wir das ganze Programm umstellen, mussten improvisieren. Aber es hat trotzdem super geklappt“, erzählt Teammitglied und Tänzerin Valerie Muther. „Wir sind um drei in der Nacht losgefahren, sind dann um 6 Uhr früh auf einer Raststätte alles nochmals durchgegangen“, erklärt Trainerin Nicole Tschabrun und fügt hinzu: „Und wir hatten dann die höchste Punktezahl aller Teilnehmer. Sogar die Jury ist aufgestanden und hat applaudiert.“ Gesagt, getan also.

Ein vorhergesagter Weltmeistertitel
In Vertretung für die ganze Truppe des ASTV Walgau: Die Weltmeis­ter Sarah Hummer (Trainerin), Aileen Tschanz, Valerie Muther, Paula Gasperi, Giovanna Niederbacher, Birgit Bitschnau (Trainerin) und Nicole Tschabrun.Vorne: Nora Kiemayer.

Auf nach Dublin

Mit der fixen Qualifikation in der Tasche ging es dann für den 33-köpfigen Tross, bestehend aus den Akrobatinnen und Akrobaten plus Trainerinnen, auf in die irische Hauptstadt. Zum, um die Dimension des Ganzen nochmals zu verdeutlichen, renommiertesten und größten Tanzwettbewerb für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auf der ganzen Welt.

So eine große Gruppe in einem Hotel unterzubringen, erfordert einiges an Organisation. Und dann kommt die nächste Ansage, wieder mit ordentlich Selbstvertrauen: „Nun ja, um ehrlich zu sein, haben wir schon letztes Jahr im August alles gebucht“, erklärt Tschabrun. Alle lachen. Es war also im letzten Jahr schon klar, schon vor der Qualifikation, dass man zur WM fahren würde. Nicht schlecht, so ein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten muss man erst einmal haben. „Wir wussten es nicht zu 100 Prozent, aber es war schon recht klar. ­Umso weniger Training wir hatten, umso besser sind wir geworden, umso mehr Sicherheit hatten wir“, so Paula Gasperi, ebenfalls ein Mitglied der „aCREWbatics“. So lautet der offizielle Name des ASTV Walgau bei Auftritten.

Weltmeister beim Dance World Cup 2026 in Dublin
Am Flughafen bei der Abreise nach Dublin begann das Kribbeln und die Vorfreude.

Empfang und Titel

Nachdem die ganze Truppe dann in Dublin gelandet war, wartete die nächste, dicke Überraschung. Rund 50 Schlachtenbummler aus der Heimat, Eltern, Omas, Opas, Brüder und Schwestern, die sich schon zuvor auf den Weg gemacht hatten, bereiteten den Weltmeis­tern in spe einen gebührenden Empfang. Das war am Sonntag, den 12. Juli 2026.

Viel Zeit, die Stadt mit den Eltern zu erkunden, blieb vor dem Wettkampf nicht, am nächsten Tag war eine Trainingseinheit eingeplant, am Dienstag, den 14. Juli sollte es schon heißen: „Alles oder nichts“. Und die Tänzerinnen und Tänzer lieferten an diesem Abend eine weltmeisterliche Show ab, gar von den Profis in der Jury erhielt man laut Nicole Tschabrun Standing Ovations. Ganz zu schweigen vom Riesenjubel des mitgereisten Anhangs. Tränen flossen, es gab kein Halten mehr. Und als Sahnehäubchen durften die jungen Weltmeisterinnen und Weltmeister ihre Einlage bei der Abschlussgala des Dance World Cup nochmals zum Besten geben, was nochmals als Sonderpreis gewertet wurde. Eine riesige Ehre in Tanzkreisen. Also alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. „Wir sind eigentlich die Weltmeister der Weltmeister“, fügt Aileen Tschanz hinzu, was für ordentlich Gelächter sorgt.
Auch Solotänzerin Giovanna Niederbacher pflichtet bei: „Ich habe es von beiden Seiten erlebt. Ich habe solo getanzt und auch bei der Gruppe mitgemacht. Es ist schwer zu sagen, aber miteinander diesen Erfolg zu feiern war einfach nur fantastisch“, erklärt sie freudestrahlend.

Auch für die 11-jährige Nora Kiemayer, die auf der Bühne nach eigenen Worten „eigentlich nur herumgeworfen“ wird, war die Reise und der Titel selbstverständlich etwas ganz Besonderes. Auch Mama Julia wird emotional, als sie von Irland, aber auch von der Bedeutung des Vereins für die Kinder und die Erwachsenen spricht: „Es ist unglaublich, was die Mädchen und Jungs, aber auch die Trainerinnen das ganze Jahr leisten. Man darf nie vergessen, wie viel Freizeit investiert wird, um so eine Leistung auf die Bühne zu bringen“, erklärt sie. „Man muss auch einmal sagen, dass die Schulen uns immer entgegenkommen, wenn unsere Mädels und Jungs einmal frei brauchen“, fügt Nicole Tschabrun hinzu. „Das ist nicht selbstverständlich. Wir werden super unterstützt, egal, in welcher Schule sie sind.“

Weltmeister beim Dance World Cup 2026 in Dublin
Die Fans, bestehend aus Familie und Freunden, bereiteten ihre Lieben einen Empfang der sich sehen lassen kann.
Weltmeister beim Dance World Cup 2026 in Dublin
Giovanna Niederbacher machte auf Solo eine gute Figur.

Und jetzt?

Nachdem der ASTV Walgau alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt, will man im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder antreten, um den Titel zu verteidigen, darin sind sich alle einig. Die Frage, ob denn auch alle dabeibleiben wollen, wird vom ganzen Tisch mit einem Kopfnicken quittiert. Und auch ein Nachwuchsproblem besteht nicht. „Es war sicher auch ein großer Vorteil für uns, dass die Truppe sich gegenüber dem letzten Jahr kaum verändert hat“, hebt Trainerin Tschabrun noch hervor.

Bald gehen die Vorbereitungen für 2027 los, und wenn man mit Ansage Weltmeister wird, kann man die Tickets ja eigentlich schon wieder dieses Jahr im August buchen.