40,0 Grad in der Innenstadt – Wiener Hitzerekord gefallen
Die seit zehn Tagen andauernde Hitzewelle hat Österreich am Sonntag den ersten “40er” beschert: Die Geosphere Austria-Messstelle Wien-Innere Stadt registrierte um 16.35 Uhr exakt 40,0 Grad. Dabei handelt es sich um die heißeste jemals in Wien gemessene Temperatur. Knapp verfehlt wurde dagegen der österreichweite Allzeitrekord von 40,5 Grad im niederösterreichischen Bad Deutsch-Altenburg aus dem Jahr 2013.
Dass dieser noch im Laufe des restlichen Tages gebrochen werde, sei nicht zu erwarten, sagte ein Sprecher der Geosphere gegenüber der APA um kurz nach 18.00 Uhr. Dennoch habe die aktuelle Hitzewelle zahlreiche Spitzenwerte gebracht. “Noch nie in der Messgeschichte der Geosphere Austria (in Wien wird seit 1775 gemessen) wurden in einem Juni-Monat derart hohe Temperaturen registriert”, hieß es in einer Aussendung.
Damit war die Bundeshauptstadt am Sonntag Spitzenreiter im Temperaturranking.Hinter Wien-Innere Stadt landeten Langenlebarn im Tullnerfeld (Niederösterreich) und Wien-Stammersdorf mit 39,9 Grad ex aequo auf Platz zwei, dicht dahinter Wien-Hohe Warte mit 39,7 Grad – an dieser Messstelle wurde der bisherige Rekord gleich um 1,2 Grad übertroffen. Im weiteren Hitzeranking war Niederösterreich besonders gut vertreten. Platz fünf belegte Krems mit 39,4 Grad, Rang sechs die Messstelle Bad Deutsch-Altenburg mit 39,3 Grad, vor Mistelbach und Wieselburg mit 39,2 Grad. Auf Platz neun: Retz mit 39,1 Grad, dahinter Schöngrabern, Laa an der Thaya, Bad Vöslau, St. Pölten sowie Wien-Donaufeld in der Bundeshauptstadt mit jeweils 39,0 Grad.
Experte: “Solche Hitzewellen werden zukünftig häufiger”
Lediglich in Bad Deutsch-Altenburg, in Laa an der Thaya und in Wien-Donaufeld gab es keine neuen Allzeit-Rekorde. An insgesamt vierzehn Messstationen kraxelten am Sonntag die Temperaturen auf mindestens 39 Grad. “Der heutige Hitzerekord in Wien mit 40,0 Grad markiert auch den Höhepunkt dieser außergewöhnlichen Juni-Hitzewelle. Solche Hitzewellen werden zukünftig heißer, häufiger, dauern länger und treten deutlich früher im Jahr auf”, betonte Andreas Schaffhauser, wissenschaftlicher Generaldirektor der Geosphere Austria.
Schafften es am Samstag noch einige Messpunkte in Westösterreich in die Top-Ränge, so waren es am Sonntag ausschließlich Stationen im Osten des Landes. Erst auf Platz 32 rangierte mit Wels/Schleißheim mit 38,2 Grad in Oberösterreich die erste Messstation, die nicht in der Bundeshauptstadt oder Niederösterreich lag. 40 Messstationen registrierten an diesem Sonntag mindestens 38,0 Grad.
Hitzewarnung weiter aufrecht
“Diese Kombination aus Intensität, Dauer und Häufigkeit hat enorme Auswirkungen auf die Gesundheit und Produktivität unserer Gesellschaft”, sagte Schaffhauser. “Österreich und weite Teile Europas sind absolute Klimawandel-Hotspots, die aktuelle Situation macht deutlich, wie dringend wir hier gegensteuern und in Klimaschutz und Klimaanpassungsmaßnahmen investieren müssen.”
Nach dem Höhepunkt der Hitzewelle bauen sich die Temperaturen in Österreich zum Wochenbeginn nur langsam ab. Die derzeitige Hitzewarnung bleibe darum auch weiterhin bis Dienstag aufrecht, sagte der Geosphere-Sprecher der APA.