50-Jährige verlor 77.000 Euro bei Love-Scam

Eine 50-Jährige aus dem Bezirk Murtal ist durch einen sogenannten Love-Scam um rund 77.000 Euro gebracht worden. Ein angeblicher Pilot hatte der Frau bei dem Liebesbetrug seit März Gefühle vorgetäuscht und sie immer wieder um Geld gebeten. Erst als ein versprochener Besuch in Österreich nicht zustande kam, wurde die Betroffene misstrauisch und erstattete Anzeige, berichtete die Polizei am Samstag in einer Presseaussendung.
Begonnen hatte der Kontakt mit einer Freundschaftsanfrage auf einem sozialen Netzwerk. Der Betrüger gab sich als deutsch-amerikanischer Berufspilot aus, der in den USA leben würde. Über Wochen baute er Vertrauen zu der Steirerin auf. Schließlich versprach er, nach Österreich ziehen zu wollen. Ein Paket mit persönlichen Arbeitsunterlagen sollte im Voraus gesendet werden. Zahlungen für den Zoll und die Zustellung übernahm die Frau, nachdem ihr der vermeintliche Pilot versprochen hatte, ihr die Auslagen zu ersetzen.
Als sie bereits die Bank auf auffällige Zahlungen hinwies und vor einem möglichen Betrug warnte, übte der Täter Druck auf die 50-Jährige aus. Er drohte der Steirerin mit einer Festnahme wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung. Daraufhin stieg sie auf Geschenkkarten um und übermittelte die Gutscheincodes an den Liebesbetrüger.
Sehnsuchtsvolles Warten
Anfang September hätte der angebliche Liebhaber dann in Österreich landen sollen. Während die 50-Jährige sehnsuchtsvoll auf ihren Piloten am Flughafen wartete, erhielt sie eine gefälschte Nachricht des Bundeskriminalamtes. Darin wurde ihr mitgeteilt, der Mann sei festgenommen worden und für seine Freilassung werde Kaution verlangt. Die Steirerin wurde misstrauisch und vertraute sich einer Bekannten an, worauf sie den Betrug erkannte und Anzeige erstattete.
Die Polizei hielt in einer Presseaussendung fest, dass sich mögliche Opfer von Liebesbetrügern nicht schämen sollten. Auch auf Anfrage der APA betonte ein Sprecher der Polizei, dass Opfer der Liebesmasche oft alles andere als naiv seien. “Die Täter gehen äußerst geschickt vor und nutzen Vertrauen und Gefühle gezielt aus”, hieß es. Kriminelle bauten über das Internet bzw. Social-Media-Plattformen gezielt eine emotionale Beziehung zu ihren Opfern auf. Sie schaffen über Wochen oder Monate Vertrauen und nutzen Gefühle gezielt aus. Häufig geben sich Täter gegenüber Frauen etwa als Ärzte, Piloten, Soldaten oder Mitarbeiter auf Bohrinseln im Ausland aus. Doch auch Männer können Opfer werden. Ihnen gegenüber treten Betrüger beispielsweise als vermeintlich junge, attraktive Frauen auf, die im Ausland leben oder arbeiten. Früher oder später folgen meist Geldforderungen für angebliche Reisen, Notfälle oder andere Schwierigkeiten.