Akkreditierung für Prozess gegen “Gunkl” notwendig

Für die Verhandlung gegen den Kabarettisten Günther Paal alias “Gunkl” und zwei Frauen am 22. Oktober wird es am Wiener Straflandesgericht ein Akkreditierungsverfahren für Medienvertreter geben, gab Mittwochnachmittag Vizepräsidentin und Gerichtssprecherin, Christina Salzborn, der APA bekannt. Für Kiebitze und Interessierte aus dem Volk müssen auch Plätze reserviert werden. Der Künstler muss sich u.a. wegen Kindesmissbrauchs, die Frauen wegen schwerer Erpressung verantworten.
Details dazu wird das Gericht auf seiner Homepage bekannt geben. Zudem werden erhöhte Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Ob im Saal ein Film- und Fotografierverbot verhängt wird, wird noch bekannt gegeben.
Ausschluss der Öffentlichkeit noch unklar
“Ob und in welchem Umfang allenfalls die Öffentlichkeit während des Verfahrens ausgeschlossen wird, entscheidet der Senat und kann daher im Vorfeld nicht beantwortet werden”, hieß es vonseiten des Gerichts. Ein Ausschluss der Öffentlichkeit könne amtswegig oder über Antrag erfolgen, dies auch aus Erwägungen des Opferschutzes.
Es wird in dem rund dreieinhalb Stunden langen Prozess gegen die drei Beschuldigten gemeinsam verhandelt und findet im Großen Schwurgerichtssaal statt. Paal wird neben dem sexuellen Missbrauch von Unmündigen auch der Besitz von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial vorgeworfen. Der Mutter und der Großmutter des Kindes, an dem sich Paal vergangen haben soll, wird schwere Erpressung angekreidet.
Sie sollen dabei gewesen sein, als Paal im Jänner 2025 in der Wohnung der 42-jährigen Mutter den inkriminierten geschlechtlichen Übergriff auf das Ende März 2021 geborene Mädchen setzte. Der Künstler hatte zu diesem Zeitpunkt eine mehr als zehnjährige, jedenfalls teilweise entgeltliche Sex-Beziehung zu den beiden unterhalten, die beinahe familiären Charakter hatte. Ihren Angaben zufolge waren beide Frauen in den Künstler verliebt. Man kochte auch gemeinsam und feierte gemeinsame Geburtstagsfeste. “Gunkl” soll auch regelmäßig Hundefutter für die 19 Hunde der 42-Jährigen gekauft haben, mit denen sie unter einem Dach lebte.
Mit Druck viel Geld erpresst
Dessen ungeachtet setzten ihn die zwei Frauen laut rechtskräftiger Anklage nach dem Übergriff auf ihre Tochter bzw. Enkelin unter Druck und verlangten Bargeld. Mit der Drohung, ihr gewalttätiger Bruder bzw. Sohn wüsste von seinen pädophilen Neigungen und kenne seine Adresse sowie das Kennzeichen seines Pkw, wurde “Gunkl” Angst vor einer körperlichen Attacke und in weiterer Folge vor einer medialen Veröffentlichung hinsichtlich seiner Neigungen gemacht. Er soll daher der 42-Jährigen bei Treffen – teilweise an öffentlichen Orten wie in einem Sportgeschäft, in einem Kaffeehaus oder auf Bahnhöfen – bis Mai 2026 in Kuverts und stets in bar insgesamt 159.000 Euro übergeben haben.
Im Mai stellte sich Paal dann der Polizei und erstattete Selbstanzeige. Bei einer Hausdurchsuchung wurde bei ihm ein PC sichergestellt, auf dem 960 Bilddateien und 19 Videodateien mit sexualbezogenen Darstellungen mündiger und unmündiger Minderjähriger abgespeichert waren, die er sich laut seinem Anwalt vor etlichen Jahren im Internet beschafft und auf die er seit vielen Jahren nicht mehr zugegriffen habe. Alle drei werden sich laut ihren Rechtsvertretern vor einem Schöffensenat zu den gegen sie gerichteten Vorwürfen schuldig bekennen.