Amphibien leiden unter Trockenheit und Wassermangel

Die anhaltende Trockenheit in Österreich, der fehlende Niederschlag und die sinkenden Wasserstände verschärfen die Lebensbedingungen für heimische Amphibien dramatisch. Der Österreichische Tierschutzverein schlug deshalb am Freitag Alarm und forderte Schutzmaßnahmen für die Tiere. Alle in Österreich lebenden Amphibienarten sind auf der Roten Liste des Umweltbundesamtes und gelten damit als gefährdet.
Zusätzlich zu den klimatisch schwierigen Bedingungen würden Feuchtgebiete und Laichgewässer durch Entwässerung, Verbauung und intensive Landnutzung verloren gehen. “Für Amphibien ist die Situation doppelt problematisch: Ihre Laichgewässer trocknen aus, gleichzeitig verlieren sie geeignete Landlebensräume. Dadurch sinken ihre Fortpflanzungs- und Überlebenschancen”, sagte Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins.
Dabei erfüllen Amphibien einen wichtigen Teil im Ökosystem, weil sie wichtiger Bestandteil von Nahrungsnetzen sind. Sie fressen zahlreiche Insekten und wirbellose Tiere und dienen zugleich Vögeln, Reptilien und Säugetieren als Beute, hieß es in der Aussendung.
Gesamter Bestand heimischer Amphibien ist gefährdet
In Österreich sind alle heimischen Arten, wie Frösche, Kröten, Salamander und Molche, auf der Roten Liste des Umweltbundesamtes als gefährdet eingestuft: von 21 Gruppen gilt eine Art (4,8 Prozent) als vom Aussterben bedroht, sechs (28,6 Prozent) als stark gefährdet. 14 Arten bzw. Unterarten (66,6 Prozent) gelten als gefährdet. Nachdem die Einstufung im Jahr 2007 getroffen wurde, gehen viele Experten davon aus, dass sich die Lage seither weiter verschlechtert hat. Klar zeige sich das etwa beim Bestand des Europäischen Laubfrosches.
“Die Zahlen an den Amphibienzäunen zeichnen ein klares Bild: Auch bei bislang häufigen Arten wie dem Grasfrosch sind seit Jahren zunehmend starke Bestandsrückgänge zu beobachten”, sagte Peter Kaufmann, Amphibienexperte am Haus der Natur Salzburg. Das Museum schloss sich am Appell des Tierschutzvereins an.
Tierschutzverein fordert Erhalt und Renaturierung von Feuchtgebieten
Der Österreichische Tierschutzverein fordert nun etwa den Erhalt und die Renaturierung von Feuchtgebieten, ein flächendeckendes Netzwerk fischfreier Kleingewässer und sichere Wanderkorridore zwischen Laich- und Landlebensräumen. Zusätzlich müssten Maßnahmen getroffen werden, um Wasser länger in der Landschaft zu halten. Und Gewässerrandzonen sollten pestizidfrei werden.