Anklage gegen Cobra-Beamten wegen Femizid-Verdacht

24.09.2026 • 13:26 Uhr
Anklage gegen Cobra-Beamten wegen Femizid-Verdacht

Im Fall einer getöteten 34-Jährigen aus Tillmitsch hat die Staatsanwaltschaft Graz nun Anklage gegen den 31-jährigen Verdächtigen, einen Cobra-Beamten, erhoben. Der Mann soll die Steirerin im Jänner mit einem Gürtel erdrosselt und dann in einem Waldstück nahe seinem Wohnhaus vergraben haben, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung der Staatsanwaltschaft. Der Polizist wird sich wegen des Verbrechens des Mordes und Störung der Totenruhe vor Gericht verantworten müssen.

Der Beschuldigte streitet bisher die vorsätzliche Tötung der Frau ab, gibt aber zu, dass er die Leiche vergraben hat. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von mindestens zehn Jahren oder sogar lebenslange Haft. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Beschuldigter sprach von “Unfall”

Das Ermittlungsverfahren wegen des Diebstahls einer Dienstwaffe eines Polizeikollegen und diversen Ausbildungsmaterials des Einsatzkommandos Cobra Süd sowie wegen des unbefugten Besitzes von Schusswaffen wurde vorerst mit Vorbehalt eingestellt, könnte aber nach dem Mordprozess wieder aufgenommen werden.

Die 34-jährige Frau war am 9. Jänner nach einem Treffen mit dem Beamten spurlos verschwunden. Ihre Mutter erstattete tags darauf eine Vermisstenanzeige. Tagelang wurde nach der Frau gesucht. Dann wurde der damals 30-Jährige festgenommen, da er sich bei der Befragung durch die Kriminalpolizei in Widersprüche verstrickt und auch falsche Angaben gemacht hatte. Als sich der Verdacht gegen ihn immer mehr erhärtete, gestand der Mann, dass die Vermisste tot ist und er damit im Zusammenhang stehe. Er sprach allerdings von einem “Unfall”. Er gab zu, die sterblichen Überreste in einem Waldstück nahe seinem Elternhaus vergraben zu haben. Dort wurde die Leiche dann auch von den Ermittlern gefunden.