Aus nach 434 Jahren: Mayrische Musikalienhandlung schließt

Die Mayrische Musikalienhandlung in der Stadt Salzburg sperrt mit Ende September zu. Wie der Eigentümer des traditionsreichen Fachgeschäfts für Musiknoten, der Verlag Universal Edition, am Freitag in einer Presseaussendung informierte, wird zum gleichen Zeitpunkt auch Musik Müller in Wien den Betrieb einstellen. In der “Mayrischen” gab es seit 1592 Noten und Partituren zu kaufen, sie dürfte eine der ältesten bestehenden Musikalienhandlungen im deutschsprachigen Raum sein.
“Nach einer langen und intensiven Prüfung verschiedener Möglichkeiten” habe die Geschäftsführung der “Mayrische Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung” entschieden, den stationären Betrieb der beiden Geschäfte in Salzburg und Wien zu beenden, teilt die Universal Edition mit. Der Musikverlag ist seit 1994 ihr Eigentümer. Für die “Mayrische” in Salzburg werde derzeit geprüft, ob sie durch einen neuen Betreiber weitergeführt werden kann. Für Musik Müller in Wien habe hingegen “trotz entsprechender Bemühungen keine vergleichbare Perspektive” gefunden werden können. Über den genauen Ablauf der Schließungen und die Abverkaufszeiträume werde noch gesondert informiert.
Beide Geschäfte waren über viele Jahre wichtige Anlaufstellen für Musikerinnen und Musiker, Studierende, Lehrende, Institutionen und Musikliebhaberinnen und -liebhaber. In Salzburg zählten Studierende der nahe gelegenen Universität Mozarteum, Musiker des Mozarteumorchesters, der Camerata oder des Musikums zu einem wichtigen Klientel.
“Wirtschaftlich nachhaltige Fortführung nicht mehr möglich”
Bereits im Jahr 2020 stand die “Mayrische” in Salzburg vor dem Aus. Nach einem Aufschrei der Kulturszene – mehr als 3.000 Unterstützerinnen und Unterstützer beteiligten sich damals an Petitionen zum Erhalt – wurde das Geschäft gerettet. Es wechselte verkleinert von der Theatergasse an den neuen Standort ins Kunstquartier in der Bergstraße.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich seither jedoch weiter verschärft, so der Verlag. Die Umsätze seien insbesondere nach der Corona-Pandemie deutlich zurückgegangen und konnten nicht wieder das frühere Niveau erreichen. “Gleichzeitig sind Energie-, Personal- und weitere Betriebskosten erheblich gestiegen.” Auch der Onlinehandel habe den stationären Musikalienhandel nachhaltig verändert. Fazit: “Eine wirtschaftlich nachhaltige Fortführung des bisherigen Geschäftsbetriebs war nicht mehr möglich.”