Autozulieferer Nemak schließt Werk in Niederösterreich

22.04.2026 • 13:51 Uhr

Der Autozulieferer Nemak plant eine Schließung seines Werkes in Herzogenburg (Bezirk St. Pölten) spätestens im kommenden Jahr. Eingestellt werden soll die Produktion an dem Standort bis zum Ende des ersten Quartals 2027, bestätigte das Unternehmen mit Hauptsitz in Mexiko am Mittwoch per Aussendung einen entsprechenden Bericht der “NÖN” (“Niederösterreichische Nachrichten”). Derzeit sind in Herzogenburg rund 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

“Angesichts der jüngsten Marktentwicklungen und anhaltend niedriger Produktionsvolumina haben sich die Aussichten für den Betrieb in Herzogenburg verschlechtert”, teilte Nemak auf APA-Anfrage in einer Aussendung mit. Der Schließungsprozess erfolge “in enger Abstimmung” mit Kunden, denen angeboten werde, “die verbleibenden Produkte schrittweise in andere Nemak-Standorte zu verlagern”.

Unterstützung für Beschäftigte angekündigt

Das Unternehmen gab sich in der Aussendung bestrebt, “alle betroffenen Mitarbeitenden bestmöglich zu unterstützen”. Dieser Prozess solle “in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Arbeitnehmervertretungen und zuständigen Behörden” gestaltet werden.

Nemak fertigt Aluminiumkomponenten für die Automobilindustrie. Das Werk in Herzogenburg hatte die mexikanische Firma in diesem Jahr von der zum Schweizer Industrieunternehmen Georg Fischer gehörenden GF Casting Solutions übernommen. Nemak fungiert laut Wirtschaftscompass als Alleingesellschafter der Herzogenburger GF Casting Solutions Services GmbH.

Bürgermeister zeigte sich betroffen

Betroffen von der angekündigten Werkschließung zeigte sich am Mittwoch Herzogenburgs Bürgermeister Christoph Artner (SPÖ). Die Gemeinde habe selbst erst am Dienstagabend davon erfahren und über die Unternehmens-Aussendung hinaus wenig Informationen. Bei den wackelnden Jobs gehe es um “330 Schicksale, wo man nicht weiß, wie es beruflich, finanziell und privat weitergeht”, betonte der Stadtchef im APA-Gespräch. Als Gemeinde wolle man die Beschäftigten “nach Kräften unterstützen”. Von der Geschäftsleitung sei bereits signalisiert worden, dass die Kommune “in den kommenden Wochen” in “Gespräche eingebunden” werde.