Banküberfall in Salzburg 2014 – Mann in Italien festgenommen
Wegen eines bewaffneten Banküberfalls in der Stadt Salzburg 2014 ist ein seit zwölf Jahren gesuchter 50-jähriger Italiener in Rimini festgenommen worden. Der Mann aus der süditalienischen Stadt Foggia soll am 22. Mai jenes Jahres gemeinsam mit Komplizen eine Bank in der Landeshauptstadt überfallen haben. Gegen ihn lag ein Europäischer Haftbefehl wegen schweren Raubes vor.
Ermittler der Kriminalpolizei in Rimini spürten den Mann nach gezielten Ermittlungen in Zusammenarbeit mit dem internationalen Polizeikooperationsdienst auf. Dieser hatte Hinweise erhalten, dass sich der Gesuchte möglicherweise in der Provinz Rimini aufhalte. Er wurde an einer Adresse festgenommen, an der er vermutlich Unterkunft gefunden hatte.
Während des Überfalls in Salzburg sollen die Täter die Bankangestellten mit einer Pistole bedroht und gezwungen haben, sich auf den Boden zu legen. Anschließend erbeuteten sie rund 310.000 Euro. Der Mann wurde in das Gefängnis von Ferrara gebracht. Dort bleibt er bis zu seiner Übergabe an die österreichischen Behörden in Haft.
APA berichtete damals
Die APA berichtete damals über den Überfall wie folgt: “Nach dem bewaffneten Überfall am Donnerstagvormittag auf die Spänglerbank in der Stadt Salzburg läuft die Fahndung nach den beiden Räubern auf Hochtouren. Das Fluchtfahrzeug, ein Motorrad, wurde nahe eines Hotels bei der Autobahn-Auffahrt ‘Salzburg-Nord’ sichergestellt. Die Täter dürften die Flucht mit einem anderen Fahrzeug fortgesetzt haben. Trotz intensiver Großfahndung gab es am Nachmittag noch keine konkrete Spur zu den Tätern. Die Vorgangsweise der beiden Männer sei sehr professionell gewesen, sagte Polizei-Sprecher Anton Schentz zur APA. Der Überfall habe nicht mehr als zwei Minuten gedauert.”
Zwei Angestellte, ein Mann und eine Frau, waren zum Tatzeitpunkt im Schalterraum des privaten Geldinstitutes. Einer der beiden Räuber sei über das Pult gesprungen und haben den dortigen Bankangestellten zur Seite geschoben. “Dieser wollte den Täter instinktiv wegdrücken, kam aber dann der Aufforderung ‘lay down’ des bewaffneten Täters nach und legte sich in Bauchlage auf den Boden. Auch die Angestellte, die am Nebenschalter stand, musste sich hinlegen.
Nachdem der kleinere Räuber, der nicht bewaffnet war, die Schubladen hinter dem Pult aufgebrochen und Banknoten in seine blaue Umhängetasche gestopft hatte, verließen die zwei Täter laut Zeugen relativ gelassen die Bank. Zu Fuß marschierten sie über die Lederergasse in die Dreifaltigkeitsgasse. Dort schwangen sie sich auf ein schwarzes Motorrad, das in der Nacht zuvor in der Stadt Salzburg gestohlen worden war. Die Kennzeichentafel war ebenfalls gestohlen, sie stammte aber von einem anderen Motorrad. Nach dem Überfall alarmierten die geschockten Bankangestellten die Polizei. Sie wurden von einem Kriseninterventionsteam psychologisch betreut.” Einen Tag nach dem bewaffneten Überfall teilte die Polizei mit, dass mit der Beute ein Alarmpaket mitausgehändigt worden sei. Es sei beim Verlassen der Bank “mit ziemlicher Sicherheit explodiert”. “Die Geldscheine wären dann mit roter Farbe unbrauchbar gemacht.”