Berliner Gedächtnis-Kirche muss für Sanierung schließen

27.08.2026 • 14:59 Uhr
Berliner Gedächtnis-Kirche muss für Sanierung schließen

Wegen Sanierung muss die Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche für zwei Jahre schließen. Der moderne Kirchenbau und auch der Glockenturm von Architekt Egon Eiermann von 1961 sollen ab 2027 renoviert werden. Die Turmruine schließt bereits ab September.

Das Berliner Wahrzeichen mit dem im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Kirchturm ist auch ein Mahnmal. Es sei das vielleicht bekannteste Friedensmahnmal der Welt, sagte der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos). “Es ist ein Herzstück unserer Erinnerungskultur.”

Die Sanierung soll insgesamt rund 45 Millionen Euro kosten, wie die zuständige Stiftung mitteilte. Die bröckelnden Betonwaben und blauen Glasfenster der Neubauten müssen saniert werden, auch technische Anlagen wie Heizung und Wasserleitungen sollen modernisiert werden.

Turmruine soll Eintritt kosten

Die Turmruine bekommt außerdem eine neue Ausstellung und soll dann auch bestiegen werden können. Für den alten Turm, dessen Wiedereröffnung für 2028/29 geplant ist, muss dann Eintritt gezahlt werden. Der Eintrittspreis steht noch nicht fest. Die eigentliche Kirche soll weiterhin keinen Eintritt kosten.

Kaiser Wilhelm II. hatte die Kirche als Gedenkstätte für seinen Großvater errichten lassen. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie durch Bomben stark beschädigt. Die Turmruine blieb nach 1945 als Mahnmal erhalten. Sie wurde durch einen Kirchenneubau, eine Kapelle und einen Glockenturm ergänzt.

An dem evangelischen Gotteshaus wird heute auch an die Opfer des Terroranschlags von 2016 erinnert, als ein islamistischer Attentäter auf den Weihnachtsmarkt gefahren war.

Der Kirchenneubau und der Glockenturm sollen 2029 fertig saniert sein. Zu wichtigen Feiertagen soll es nach Möglichkeit weiterhin Gottesdienste geben, auf der Baustelle sind auch Führungen geplant. Der Bund unterstützt die Sanierung mit 17,5 Millionen Euro. Die bereits sanierte Kapelle kann nach Angaben der Stiftung weiter genutzt werden.