Beweisstück zu Richard Wagners Geldnot nun ausgestellt

06.08.2026 • 15:53 Uhr
Beweisstück zu Richard Wagners Geldnot nun ausgestellt

Ein pikantes Originaldokument aus der Familie von Richard Wagner, das Hinweise auf die Geldnot des Komponisten gibt, ist künftig bei den Richard-Wagner-Stätten in Graupa bei Dresden zu sehen. 190 Jahre nach seiner Niederschrift kam ein Brief von Wagners Mutter Johanna Rosine in den Bestand der Sammlung. Er stammt vom 25. April 1836 und ist an Wagners Freund Theodor Apel gerichtet.

Die zweifache Witwe Johanna Rosine Wagner, die inzwischen den Nachnamen ihres zweiten Mannes Ludwig Geyer trug, war wegen der Geldnot ihres Sohnes offenbar verzweifelt. Seine Unternehmung in Magdeburg – die Aufführung seiner Oper “Das Liebesverbot” – brachte nicht die erhofften Einnahmen. Nach der Auflösung der Magdeburger Theatergruppe hatte Wagner keine Anstellung. Deshalb ersuchte seine Mutter Freund Theodor um einen Geldbetrag, um ihren Sohn zu unterstützen. Den Leihwert in Höhe von 50 Thalern wollte sie in zwei Raten zurückzahlen. Wie Apel auf das Ersuchen reagierte, ist nicht bekannt.

Richard Wagners zweite Oper “Das Liebesverbot oder Die Novize von Palermo” wurde am 29. März 1836 im Stadttheater Magdeburg uraufgeführt. Die Aufführung unter der Leitung des Komponisten geriet zum Fiasko. “Dass uns dieser Brief nunmehr im Original übergeben wird, ist ein großes Glück”, betonte Katja Pinzer-Hennig, leitende Kustodin der Wagner-Stätten Graupa, die als weltweit älteste museal genutzte Wohnstätte des Komponisten gelten. Der Brief kann bis Ende August 2026 im Lohengrinhaus besichtigt werden.