Branko Samarovski wurde Ehrenmitglied des Burgtheaters

Kammerschauspieler Branko Samarovski (86), seit über 35 Jahren Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, ist am Mittwoch zum Ehrenmitglied des Hauses ernannt wurden. Bei einer geschlossenen Veranstaltung hob Direktor Stefan Bachmann die Fähigkeit des Schauspielers, ihn zu Tränen zu rühren – zuletzt bei Proben zu “Wir sind noch einmal davongekommen” – hervor. Die Laudatio hielt Martin Schwab, den von Juwelier Wagner gesponserten Ehrenring überreichte Doyenne Barbara Petritsch.
Branko Samarovski, wurde am 9. Juli 1939 in Zemun, einem heutigen Stadtbezirk Belgrads, geboren. Mit 14 Jahren begann er eine Schlosserlehre in Salzburg. Neben seiner Arbeit als Schlosser spielte er an der Elisabethbühne, nahm Privatschauspielunterricht und absolvierte schließlich die Schauspielausbildung am Mozarteum. Nach Engagements in Graz und Darmstadt kam er 1972 an Stuttgarter Schauspiel, wo er auf Claus Peymann traf, mit dem er 1979 an das Schauspielhaus Bochum und später – nach einem Engagement an der Schaubühne Berlin – ans Burgtheater wechselte, wo er seit 1991 zahllose Rollen verkörperte.
Weit über 50 Rollen am Burgtheater
Zu seinen Bühnenrollen gehörten unter anderem der Torquato Tasso und der Mephisto in Regien Peymanns, der Enobarbus in “Antonius und Cleopatra” und der Firs in “Der Kirschgarten” in Inszenierungen von Peter Stein oder der Teufel in Gernot Friedels “Jedermann”-Inszenierung am Salzburger Domplatz. Er arbeitete auch wiederholt mit Andrea Breth und George Tabori und war 2001 beim Nestroy-Preis für seine Mitwirkung in “Roberto Zucco” für die Beste Nebenrolle nominiert. Alleine am Burgtheater war er bisher in weit über 50 Rollen zu erleben. 2009 wurde ihm der Titel Kammerschauspieler verliehen.
Neben seiner Theaterarbeit ist Samarovski auch immer wieder in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Sein Kinodebüt gab er in Herbert Achternbuschs Satire “Der junge Mönch” (1978). Er spielte u.a. in mehreren Ausgaben des “Tatort”, Philipp Stölzls “Nordwand” und in David Schalkos Serie “Braunschlag” (2012). Kontinuierlich arbeitete er mit Michael Haneke, so etwa in dessen Filmen “71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls” (1994), “Wolfszeit” (2003) und “Das weiße Band” (2009). Für die Darstellung des Invaliden Andreas Pum in Hanekes TV-Verfilmung von Joseph Roths “Die Rebellion” (1993) erhielt Samarovski den vom Verband österreichischer Kameraleute vergebenen Goldenen Kader. Beim Österreichischen Filmpreis 2017 wurde er für seine Rolle in Kai Wessels “Nebel im August” als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. In der Jurybegründung für die Zuerkennung des Großen Schauspielpreises des Filmfestivals Diagonale wurde er 2022 als “ein Meister mit Charme, Klugheit und Mut” gewürdigt.
Lebende Ehrenmitglieder des Burgtheater sind neben Branko Samarovski die früheren Direktor:innen Klaus Bachler und Karin Bergmann sowie die Schauspieler:innen Klaus Maria Brandauer, Michael Heltau, Sylvia Lukan, Barbara Petritsch und Martin Schwab.