Bundesheer-Transportflugzeuge sollen Waldbrände bekämpfen

22.08.2026 • 07:00 Uhr
Bundesheer-Transportflugzeuge sollen Waldbrände bekämpfen

Die vom Bundesheer bestellten Embraer C-390 Millennium Transportflugzeuge sollen künftig auch für die Waldbrandbekämpfung eingesetzt werden. Für zwei der vier Maschinen wurde bei der Beschaffung ein Waldbrandbekämpfungssystem mitbestellt, teilte das Verteidigungsministerium mit. Voraussichtlich ab 2030 soll dieses erstmals zum Einsatz kommen können. Die Embraer-Flugzeuge, die die in die Jahre gekommene C-130 Hercules ablösen, sollen ab 2028 in Österreich ankommen.

Bis zu 11.000 Liter Löschmittel können pro Container aufgenommen und innerhalb von vier Sekunden über einem Brandgebiet verteilt werden. Die Flugzeuge können deutlich größere Mengen transportieren als Hubschrauber, müssen dafür aber zum Befüllen landen. Deshalb sind Vorlaufzeit sowie geeignete Start- und Landemöglichkeiten in der Umgebung notwendig. Die C-390 könne aber in ganz Österreich ohne Einschränkungen eingesetzt werden, hieß es aus dem Ministerium. Lediglich alpines Gelände würde Anpassungen erfordern.

Trockenheit bringt mehr Waldbrände

“Für aktuelle und künftige Szenarien gerüstet zu sein, ist ein Kernelement militärischer Planung. Das gilt auch für den Katastropheneinsatz”, betonte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP). Wegen der Trockenheit habe es in Österreich heuer mehr Waldbrände gegeben. 370 wurden heuer bis dato gezählt, im Vergleich zu 193 im Jahr 2025. “Die Ausstattung der neuen Transportflugzeuge mit Löschmitteln gegen Waldbrände ist der nächste logische Schritt”, so Tanner weiter.

Das erste Transportflugzeug soll im Mai, das zweite im Juli 2028 ausgeliefert werden. Ab 2030 sollen die vier Maschinen dann am Fliegerhorst Hörsching in Oberösterreich stationiert und mindestens 30 Jahre lang genutzt werden. Beschafft hat Österreich die Flugzeuge gemeinsam mit den Niederlanden, diese werden aber beispielsweise auch von Brasilien, Portugal und Ungarn genutzt. Eingesetzt werden können sie u.a. für den Transport von Fahrzeugen, für medizinische Evakuierungen oder Landungen auf unbefestigten Pisten. Sie können bis zu 80 Passagiere oder bis zu 60 Fallschirmspringer transportieren.

Erste vier Piloten haben Ausbildung abgeschlossen

Insgesamt kosten die vier Maschinen rund eine Milliarde Euro. Inbegriffen sind Infrastruktur, Ersatzteile, Missionsausrüstung, logistische Leistungen sowie die Ausbildung von Piloten und Technikern. Auch das Waldbrandbekämpfungssystem MAFFS (Modular Airborne Fire Fighting System) wurde bereits bei der Beschaffung für zwei Maschinen mitbestellt und soll 2028 und 2029 geliefert werden.

Maximal 18 Einsatz-Militärpiloten will das Bundesheer für die C-390 ausbilden. Die ersten vier haben ihre Ausbildung bereits abgeschlossen. Diese beinhaltet eine Portugiesisch-Ausbildung am Sprachinstitut des Bundesheeres, drei Wochen theoretische Ausbildung und die praktische Einweisung sowie Simulatortraining in Brasilien.