Bundesimmobiliengesellschaft leidet unter Mieten-Gesetz

30.03.2026 • 12:14 Uhr
Bundesimmobiliengesellschaft leidet unter Mieten-Gesetz

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat im Vorjahr zwar den Umsatz leicht auf 1,616 Mrd. Euro gesteigert, unterm Strich brach der Gewinn der staatlichen Immobiliengesellschaft aber um mehr als ein Viertel auf 640 Mio. Euro ein, nach 884 Mio. Euro im Jahr 202. Dies sei vor allem auf die Aussetzung der Wertsicherung bei Mietverträgen für das laufende Jahr und die dadurch niedrigere Bewertung der Immobilien zurückzuführen, teilte die BIG mit.

Die Aussetzung der Wertsicherung für das laufende Jahr führt ab heuer zu einem realen Mietentgang von 50 Mio. Euro jährlich. Bei der Bewertung der Immobilien musste aber auch die Unsicherheit in Bezug auf künftige drohende hoheitliche Eingriffe berücksichtigt werden, wie die ÖBAG-Tochter anführte. Dies drückte den Wert der Immobilien um 1,163 Mrd. Euro. Allerdings gab es auch positive Bewertungseffekte. In Kombination mit einem konservativen Bewertungsansatz lag der Wert der Liegenschaft Ende letzten Jahres bei 18,9 Mrd. Euro.

Höhere Dividende

Das niedrigere Neubewertungsergebnis wegen der Indexaussetzung sowie die allgemeinen Herausforderungen auf dem Immobilienmarkt drückten auch das Betriebsergebnis der BIG: Das EBIT fiel um knapp ein Viertel auf 973 Mio. Euro. Im Vorjahr spülten die Mieten für die 2.028 Liegenschaften rund 1,186 Mrd. Euro in die Kassen der Immobiliengesellschaft. Der Vermietungsgrad lag bei 99,4 Prozent. Im Vorjahr investierte die BIG mit rund 1,240 Mrd. Euro etwas mehr in Neubau, Sanierung und Instandhaltung von öffentlichen Gebäuden und Wohnungen. Zu den aktuellen Großprojekten zählen etwa die Sanierung der Justizanstalt Josefstadt und des Straflandesgerichtes Wien. Mit dem Bildungscampus Gersthof und der Bundesschule Semmelweis begann die BIG, ehemalige Krankenhäuser in Schulstandorte umzubauen.

Bis 2040 sollen rund 2 Mrd. Euro in die CO2-Neutralität der bestehenden Immobilien investiert werden. Über die BIG-Tochter Austrian Real Estate (ARE) waren im Vorjahr 3.000 Wohneinheiten in Bau, 1.330 davon wurden fertiggestellt. Das derzeit größte Projekt der ARE ist das “Village im Dritten” mit einer Gesamtfläche von 11 Hektar mit rund 2.000 Wohnungen, Büro- und Gewerbeflächen, Kindergärten und eine Schule.

Trotz des Ergebnisrückgangs kann sich die ÖBAG für das Geschäftsjahr 2025 über eine höhere Dividende freuen: Sie erhält 266 Mio. Euro, 160 Mio. Euro davon sind ein Beitrag für das Günstiger-Strom-Gesetz, teilte die BIG weiters mit. Für das Jahr 2024 erhielt die Staatsholding von der Immo-Tochter 206 Mio. Euro.