Chemisches Gutachten nach Tötung in NÖ liegt vor

Im Fall eines im August mutmaßlich aufgrund seiner sexuellen Orientierung getöteten 29-Jährigen in Langenzersdorf (Bezirk Korneuburg) liegt das chemische Gutachten zum Beschuldigten vor. Nach Angaben von Josef Mechtler, Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg, wurde bei dem 18-Jährigen eine MDMA-Intoxikation nachgewiesen. Hinzu komme eine Alkoholwirkung, wobei hier die Zeit der Aufnahme noch Gegenstand von Ermittlungen sei. Das psychiatrische Gutachten lag noch nicht vor.
In Auftrag gegeben worden war die chemische Expertise seitens der Staatsanwaltschaft zur Analyse von Blut- und Harnproben. Das ebenfalls eingeholte Obduktionsgutachten brachte zutage, dass der 29-Jährige durch “komprimierende Gewalteinwirkung auf den Hals im Sinne eines Würgens” gestorben ist, teilte Mechtler am Dienstag auf APA-Anfrage mit.
Keine näheren Details zum Motiv
Das Motiv werde “weiter geprüft”, betonte der Behördensprecher, ohne Details zu nennen. Es dürfte sich um ein Hassverbrechen aufgrund der vom Tatverdächtigen vermuteten homosexuellen Orientierung des Opfers handeln. Entsprechende Medienberichte und APA-Informationen wurden von der Staatsanwaltschaft Korneuburg bereits im August nicht dementiert. Der Beschuldigte dürfte der sogenannten Pedo-Hunter-Szene angehören, die überwiegend Homosexuellen fälschlicherweise Pädophilie unterstellt und Gewalt gegen sie ausübt.
Der 18-Jährige hatte den Wiener über Snapchat kontaktiert, um sich mit ihm in der Nacht auf den 6. August in einem Einfamilienhaus zu treffen. Der Eigentümer war auf Urlaub und hatte die Familie des jungen Mannes gebeten, während seiner Abwesenheit auf das Gebäude achtzugeben. Bei dem Treffen wurde der 29-Jährige tödlich verletzt. Die Leiche wurde am 6. August in den Morgenstunden entdeckt. Der 18-Jährige wurde festgenommen und gab in seiner ersten Einvernahme laut Polizei zu, den Wiener umgebracht zu haben. Der Mordverdächtige wurde in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert, U-Haft wurde verhängt.