Chilenische Einbrechergruppe in Graz geschnappt

08.09.2026 • 10:43 Uhr
Chilenische Einbrechergruppe in Graz geschnappt

Eine chilenische Bande hat bei ihren Einbrüchen in Salzburg, Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark Gold und Wertsachen im Wert von über 200.000 Euro erbeutet. Das Diebesgut schickten die Männer teils per Post in ihre Heimat, teils verkauften sie es in Salzburg und Mailand. Das Trio wurde festgenommen. Ein Goldhändler in Salzburg muss mit Konsequenzen rechnen, weil er die Beute ohne genaue Prüfung übernommen hatte, teilte die steirische Polizei am Dienstag mit.

Ermittler des Landeskriminalamtes Steiermark hatten seit Ende März 2026 intensive Ermittlungen gegen die drei Männer im Alter von 31, 33 und 36 Jahren geführt. Am 19. März 2026 waren sie im Rahmen einer Schwerpunktkontrolle in ihrem italienischen Mietfahrzeug im Grazer Stadtgebiet aufgefallen. Nach einer gezielten Observation wurde das Trio kurz vor der geplanten Ausreise nach Italien festgenommen. Bei den Dreien fanden sich Einbruchswerkzeug sowie Diebesgut. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Einlieferung in die Justizanstalt Graz-Jakomini an, wo über alle drei Tatverdächtigen die Untersuchungshaft verhängt wurde.

Bargelderlös nach Chile überwiesen

Zwei der Männer hatten bereits seit Mitte Februar 2026 Einbrüche in Österreich verübt. Der dritte Mann reiste Anfang März über Mailand nach. Die Gruppe nutzte wechselnde Ferienwohnungen als Basis und steuerte die Tatorte in der Steiermark, in Kärnten, Salzburg und Oberösterreich mit Mietwagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln an. Das durch Verkäufe erlangte Bargeld schickten sie sofort über internationale Geldtransferanbieter an Angehörige in ihrem Heimatland. Angesichts der erdrückenden Beweislage zeigten sich die drei Chilenen bei den Einvernahmen umfassend geständig.

Im Zuge der Ermittlungen geriet auch ein in der Stadt Salzburg ansässiger Goldhändler ins Visier der Kriminalisten. Gegen ihn wurde wegen des Verdachts der Hehlerei ermittelt. Das gerichtliche Strafverfahren wurde bereits im Zuge einer Diversion erledigt. Da ihm jedoch schwerwiegende Versäumnisse zur Last gelegt werden – darunter der mehrmalige Ankauf von Edelmetallen unter dem Marktwert, ohne Identitätsprüfung und unter Umgehung der gesetzlichen Aufzeichnungspflichten -, erstatteten die Ermittler Anzeigen an die zuständige Gewerbe- sowie die Geldwäschebehörde.