Crans Montana begeht Jahreswechsel mit viel Sensibilität

Der Jahreswechsel wird im Schweizer Ort Crans-Montana heuer wohl stiller ausfallen als sonst. Zwar werden wie in den Vorjahren Tausende von Einheimischen und Touristen Silvester feiern, doch dürfte die Nacht ein Jahr nach der Brandkatastrophe auch von Besinnlichkeit geprägt sein. “Wir gehen diesen Übergang ins Jahr 2027 mit viel Sensibilität und Respekt an”, sagte Bruno Huggler, Direktor von Crans-Montana Tourismus, zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
“Manche werden Momente der Geselligkeit genießen wollen, während andere, insbesondere die direkt von der Tragödie Betroffenen, diese Zeit mit besonders schmerzhaften Erinnerungen erleben werden”, ergänzte er. Die Gemeinde will zu Silvester und Neujahr zwei Orte der Besinnung einrichten, einen davon vor der Unglücksbar “Le Constellation”. Dort starben in der letztjährigen Silvesternacht bei einem Feuer 41 zumeist junge Menschen, 115 wurden teils schwer verletzt.
Wenige Gehminuten entfernt soll in der Nähe der Kapelle Saint-Christophe ein weiterer Gedenkort entstehen. Dort können Angehörige und Besuchende persönliche Gegenstände und Erinnerungen an die Opfer hinterlassen. Die Gedenkorte sind als Übergangslösung bis zur Errichtung einer dauerhaften Gedenkstätte gedacht.
Lichtinstallation ohne Musik und Geräusche
Die offizielle Gedenkfeier findet am 1. Jänner um 10 Uhr in Grône statt. Die Gemeinde überträgt die Zeremonie live ins Kongresszentrum Le Régent in Crans-Montana. Damit soll auch die Bevölkerung im Tourismusort an der Gedenkfeier teilnehmen können. Ein weiteres Zeichen des Gedenkens setzt die Gemeinde am Grenon-See, wenige Gehminuten von der Unglücksbar entfernt. Eine Lichtinstallation mit sternförmigen Lichteffekten soll zum stillen Innehalten einladen. Auf Musik und Geräusche verzichtet die Gemeinde bewusst. Die Installation ist in den Nächten von 31. Dezember und 1. Jänner jeweils von 21 Uhr bis 2 Uhr früh zu sehen.
Das Nebeneinander von Silvesterfeiern und der Erinnerung an die Tragödie werde in der Praxis nicht einfach sein, sagte Tourismusdirektor Huggler. Es gehe nicht darum, Momente der Geselligkeit und der Besinnung gegeneinander auszuspielen. “Unser Ansatz besteht darin, die Voraussetzungen zu schaffen, damit jeder diese Zeit auf seine Weise erleben kann, unter Achtung der Gefühle und Bedürfnisse der anderen”, so Huggler.