Cyberattacke: Japan in Sorge vor Sushi- und Fastfood-Engpass

15.07.2026 • 16:54 Uhr
Cyberattacke: Japan in Sorge vor Sushi- und Fastfood-Engpass

In Japan hat die Firma Nichirei, ein führender Tiefkühlkosthersteller im Land, am Mittwoch mitgeteilt, “Ziel eines Cyberangriffs” geworden zu sein. Dies beeinträchtige neben dem Betrieb eigener Tochtergesellschaften auch die Belieferung von Kunden und schürt in Japan die Sorge vor möglichen Lieferengpässen oder sogar Filialschließungen. Zu diesen zählt neben einer beliebten Sushikette auch der Fastfoodanbieter Kentucky Fried Chicken (KFC).

Die Kette Kura Sushi, die fast 700 Filialen in Japan und im Ausland betreibt, erklärte, dass es in ihren Restaurants im Westen des Landes bei bestimmten Produkten Lieferverzögerungen gebe. Laut örtlichen Medienberichten sind zudem Engpässe in Supermärkten und Konditoreien zu verzeichnen, auch Seniorenheime seien betroffen. KFC Japan warnte bereits am Dienstag, dass in Schnellrestaurants der Kette womöglich bestimmte Produkte von der Karte gestrichen oder einige Filialen vorübergehend geschlossen werden müssten.

Nichirei machte keine näheren Angaben zu dem Cyberangriff, erklärte aber, dass der Vorfall untersucht werde und Maßnahmen zur Wiederherstellung der IT-Systeme ergriffen würden. Ab Freitag werde mit einer schrittweisen Wiederaufnahme des gestörten Betriebs gerechnet.

Nichirei erzielt einen wesentlichen Teil seiner Umsätze mit verarbeiteten Lebensmitteln, insbesondere Tiefkühlprodukten für Haushalte und Gastronomie. Die Palette reicht von Fertiggerichten über Fleisch- und Fischprodukte bis zu pflanzlichen Komponenten und Desserts. Der Konzern ist im B2C- und B2B-Bereich vertreten. Als zweite Säule gilt die Logistiksegment der Firma.

Kriminelle wollen Geld erpressen

Im vergangenen Jahr hatte in Japan bereits der Bierbrauer Asashi einen “ausgeklügelten Cyberangriff” vermeldet, in dessen Folge sich das Unternehmen zur Verschiebung der Veröffentlichung seiner Finanzergebnisse gezwungen sah. Wenige Wochen zuvor hatte die Einrichtungs- und Bekleidungskette Muji ihren Online-Verkauf in Japan nach einem sogenannten Ransomware-Angriff auf ihren Lieferpartner Askul aussetzen müssen – hierbei verschlüsseln Cyberkriminelle Daten und verlangen für die Entsperrung ein Lösegeld.