Ecuador nach 2:1 gegen Deutschland im Sechzehntelfinale

26.06.2026 • 00:55 Uhr

Ecuador hat bei der Fußball-WM mit einem Sieg über Deutschland im abschließenden Spiel der Gruppe E noch den Aufstieg geschafft. Nilson Angulo (9.) und Gonzalo Plata (78.) schossen die Südamerikaner am Donnerstag im Finalstadion in East Rutherford/New Jersey zu einem 2:1 (1:1)-Sieg und als einer der besten Gruppendritten ins Sechzehntelfinale. Deutschland, das bereits als Gruppensieger festgestanden war, war durch Leroy Sane bereits in der zweiten Minute in Führung gegangen.

“Leider haben wir direkt nach dem Tor angefangen, Harakiri in der Positionierung zu machen, dann wurde es schwer”, haderte Julian Nagelsmann bei MagentaTV. “Was wir lernen müssen, ist, dass wir nach so einem guten Start es auch souveräner spielen können. Es war ärgerlich, dass wir den Gegner selbst zurück ins Spiel geholt haben. Zu viel Freestyle nach der frühen Führung”, ergänzte der Bundestrainer in der ARD.

Nagelsmann veränderte im letzten Gruppenspiel erstmals seine Startelf, trotz bereits fixiertem Aufstieg aber nur an zwei Positionen. Die beiden Abwehrspieler Antonio Rüdiger und David Raum ersetzten die verletzten Nico Schlotterbeck und Nathaniel Brown. Er wolle ansonsten die Stammformation weiter einspielen für die K.o.-Phase, hatte Nagelsmann angekündigt. Damit musste auch Deniz Undav, der mit drei Treffern beste deutsche Torschütze im Turnier, wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Schnellstes deutsches WM-Tor seit 92 Jahren

Bereits nach 1:49 Minuten durfte die eingespielte Truppe jubeln, als Sane souverän abschloss. Glück für die Deutschen, dass in der Entstehung ein hoher Fuß von Aleksandar Pavlovic gegen Pedro Vite von Schiedsrichterin Tori Penso nicht geahndet wurde und sich auch der VAR nicht einschaltete. Die Freude über das schnellste deutsche WM-Tor seit 1934 hielt aber nicht lange. Auch der erste Torschuss von Ecuador landete im Netz, nachdem Felix Nmecha im Mittelfeld den Ball verloren hatte.

Ecuador, für den Aufstieg unter Siegzwang, setzte die DFB-Elf danach unter Druck. Gegen Ende der ersten Halbzeit bekamen die Deutschen das Spiel aber unter Kontrolle. Die Hoffnung auf einen Blitzstart der Deutschen auch in der zweiten Halbzeit machte der VAR zunichte. Penso entschied nach einem Foul an Kai Havertz auf Elfmeter (46.), in der Entstehung wurde beim Check allerdings ein Foulspiel von Sane offenbart.

Siegtor von Plata

Ecuador kämpfte gegen das Aus an. Gonzalo Plata konnte von einem Missverständnis zwischen Jonathan Tah und Torhüter Manuel Neuer nicht profitieren (72.), Kevin Rodriguez wurde gerade noch abgeblockt (77.). Aus dem daraus entstandenen Eckball fiel aber das Siegestor, Plata spitzelte den Ball vor Neuer ins Tor. Kurz davor hatte Sane (76.) die Chance auf den Doppelpack vergeben. Deutschland verpasste damit, den nationalen Rekord von zwölf Erfolgen in Serie von Mai 1979 bis Juni 1980 unter Jupp Derwall einzustellen. Weiter geht es für die DFB-Auswahl im Sechzehntelfinale am Montag (22.30 Uhr MESZ) gegen einen Gruppendritten.

“Wir sind gut ins Spiel gekommen, gehen früh in Führung. Wir haben dann wieder zu viele Ballverluste, laden dadurch den Gegner ein und machen ihn stark. In der zweiten Halbzeit war es eine verdiente Niederlage. (…) Trotzdem ist nichts passiert zum Glück”, sagte Kapitän Joshua Kimmich und ergänzte: “Wir dürfen uns keine weitere Niederlage erlauben, das ist klar. Wir dürfen nicht in jedem Spiel ein, zwei Gegentore bekommen. Wir müssen die Ballverlustquote minimieren. Dann können wir auch jeden schlagen.”