Ein Drittel der Geburten sind Kaiserschnitte

Im Vorjahr ist fast ein Drittel (32,8 Prozent) der 75.437 in Österreich lebend geborenen Kinder per Kaiserschnitt entbunden worden. Dies u.a. deswegen, da die Frauen immer später Mütter werden. 4.946 Babys (6,6 Prozent) kamen als Frühgeborene zur Welt, berichtete die Statistik Austria am Dienstag. Mädchen wogen bei der Geburt durchschnittlich 3.273 Gramm und waren 50,6 cm groß, Buben brachten 3.398 Gramm auf die Waage, bei einer Größe von 51,2 cm.
1995 betrug der Kaiserschnittanteil 12,4 Prozent. “Der starke Anstieg in den vergangenen 30 Jahren ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Frauen später Mütter werden und sich mit steigendem Alter die Wahrscheinlichkeit einer Kaiserschnittentbindung erhöht. 2025 hatten Frauen ab 35 Jahren rund 1,6-mal häufiger eine Kaiserschnittgeburt als unter 25-Jährige”, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Die Kaiserschnittquote war in der Steiermark mit 38,5 Prozent am höchsten, gefolgt von Wien (33,7 Prozent) und Kärnten (33,1). Salzburg und Oberösterreich hatten mit je 29,2 Prozent den niedrigsten Anteil.
Trend zu späterer Mutterschaft
Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt lag bei 31,7 Jahren und war damit um 3,7 Jahre höher als 1995 (28,0 Jahre). Frauen, die erstmals Mutter wurden, waren im Vorjahr im Schnitt 30,5 Jahre alt – ein Anstieg um 4,3 Jahre seit 1995. Gleichzeitig sank der Anteil jüngerer Mütter deutlich: 2025 waren 10,4 Prozent bei der Geburt unter 25 Jahre alt (1995: 28,0 Prozent). Der Anteil jener ab 35 Jahren verdreifachte sich hingegen nahezu und lag 2025 bei 26,1 Prozent (1995: 9,0 Prozent).
Eine wichtige medizinische Indikation für einen Kaiserschnitt ist die Lage des Kindes im Mutterleib. Bei regelwidriger Schädellage wurde in 54,3 Prozent der Fälle operativ entbunden, bei Beckenendlage in 95,5 Prozent und bei Querlage in 97,4 Prozent. Auch Mehrlingsgeburten wurden überwiegend per Kaiserschnitt durchgeführt (77,5 Prozent der Zwillings- und Drillingsgeburten).
Nur ein Prozent der Babys kommt zu Hause zur Welt
Die überwiegende Mehrheit (98,5 Prozent) wurde in einem Krankenhaus geboren. 163 Geburten (0,2 Prozent) fanden in einem Entbindungsheim oder einer Hebammenpraxis statt. 853 Babys (1,1 Prozent) kamen in der Wohnung der Mutter zur Welt, 42 auf dem Weg ins Spital.
93,1 Prozent der Lebendgeborenen kamen termingerecht zwischen der 37. und 42. Schwangerschaftswoche zur Welt. 6,6 Prozent wurden zu früh geboren. Damit sank der Anteil der Frühgeborenen gegenüber dem Vorjahr leicht (2024: 6,8 Prozent). Nur 2,8 Prozent der Lebendgeborenen kamen als Zwillinge oder Drillinge zur Welt.