“Auf einer Comic Con taucht man in eine andere Welt ein”

Mario Koch (39) aus Dornbirn sammelt, tauscht und stellt Figuren aus den Welten von „Star Wars“, „Jurassic Park“ und vielen mehr aus. Was ihn daran begeistert und zu welcher Figur er eine besondere Verbindung hat.
Wenn man Mario Kochs Wohnung in Dornbirn betritt, taucht man unweigerlich in eine bunte Welt der Comics ein. In beinahe allen Räumen finden sich verschiedenste Film- und Serienfiguren, doch das wahre Epizentrum der Popkultur liegt in seinem Hobbyraum. Dort bewahrt der 39-Jährige unzählige Fan-Utensilien, Figuren und Videospiele aus den Welten von Marvel, DC, „Star Wars“, „Star Trek“, „Alien“, „Pacific Rim“ und vielen weiteren Science-Fiction-Produktionen aus den letzten Jahrzehnten auf.

Der „Spielzeugjäger“, wie Koch in der Szene bekannt ist, hat sich in seiner Freizeit dem Sammeln, Handeln und Ausstellen ebendieser Figuren verschrieben. Regelmäßig trifft man ihn auf den verschiedensten Comic Conventions – das sind Messen für Liebhaber der Popkultur – mit seinem eigenen Stand an. „Meine erste Convention war die Comic Con Bodensee 2018. Dort habe ich ein paar Leute kennengelernt und Kontakt zum Verein ‚Cosplay Alpin‘ geknüpft“, erzählt Koch. Seither besuchte er zahlreiche solcher Treffen, etwa die „Austria Comic Con“ in Wels oder die Convention in Stuttgart.
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Der Ursprung für Kochs Interesse an der Popkultur liegt in seiner Kindheit: „Meine erste Erinnerung sind die Dinosaurier von ‚In einem Land vor unserer Zeit‘, da war ich in der Volksschule. Später kamen dann Science-Fiction-Filme wie ‚Star Wars‘ hinzu.“ Tatsächlich ist seine Begeisterung für Dinosaurier nicht abgekühlt, denn in seiner Sammlung finden sich nach wie vor Figuren aus „Jurassic Park“. Als Jugendlicher kaufte Koch seine ersten Fan-Artikel: „Als ich von meiner Mutter Taschengeld bekam, kaufte ich mir ein kleines Raumschiff von ‚Star Wars‘. Aber das habe ich leider nicht mehr.“ Das älteste Stück in seiner jetzigen Sammlung ist eine Figur von Spider-Man. „Den habe ich von meinem Papa geschenkt bekommen“, erzählt der Dornbirner. „Viele Leute wollten ihn mir schon abkaufen, aber den gebe ich für kein Geld der Welt her.“

Über die Jahre ist die Sammlung in der Dornbirner Wohnung immer weiter gewachsen. Wie viele Figuren heute in Kochs Wohnung stehen, kann der 39-Jährige nicht beziffern, es dürften aber wohl mehrere Hundert sein. Die Teuersten haben laut dem Sammler einen Wert von 400 bis 500 Euro, auch wenn es nach oben hin wohl keine Limits gibt. „Da bin ich noch weit unten mit meiner Sammlung. Bei gewissen Preisen kann ich nicht mithalten“, sagt Koch.
Den Wert eines Sammelstücks definiert besonders ein Aspekt: „Hoch gehandelt werden Figuren, die original verpackt sind. Meine Grogu-Figur (Charakter aus dem „Star-Wars“-Ableger „The Mandalorian“, Anm.) hat 380 Euro gekostet. Hätte ich die Verpackung nicht mehr und würde sie wieder verkaufen, bekäme ich an die 200 Euro. Mit Originalkarton bekomme ich den Preis, den ich damals bezahlt habe oder kann sogar noch mehr raushandeln.“

Kontakte, über die Koch die Figuren verkauft, knüpft er auf den Conventions. „Bei Ausstellungen trifft man neue Leute und tauscht Handynummern aus. Zwischen den Veranstaltungen schreibt man einander und darüber verkauft oder tauscht man Sammelstücke“, führt der Dornbirner aus.

Aus all den Charakteren, die Koch aus den verschiedensten Filmen und Serien kennt, fällt es ihm schwer, sich auf einen Favoriten festzulegen. Darth Vader und Ahsoka Tano aus „Star Wars“ haben für den „Spielzeugjäger“ einen hohen Stellenwert, aber eine ganz besondere Verbindung hat er zu Joker, dem Widersacher von Batman. „Der Joker ist jemand, der einfach anders ist, der in den Filmen von vielen Menschen belächelt wird. Früher gab es viele Leute, die über mich gesagt haben, ich wäre komisch, weil ich so viele Figuren sammle, allein lebe und wenige Freunde habe. Darum fühle ich mich mit dem Joker tief verbunden“, erzählt Koch. Für ihn sind die Filme und die Besuche auf den Conventions eine Art Realitätsflucht: „Wenn man auf einer Comic Con ist, taucht man in eine andere Welt ein und vergisst den Alltag.“

Außerhalb seines Hobbys arbeitet Koch als Verkäufer im Einzelhandel. „Ich habe mir nach der Hauptschule schwer getan, eine Ausbildung zu finden, da ich eine Lernschwäche habe. Dementsprechend waren auch meine Zeugnisnoten.“ Nach mehreren Schnuppertagen und einigen Absagen fand Koch eine Ausbildungsstelle und arbeitet nach einem früheren Jobwechsel nun schon seit 17 Jahren im Lebensmittelhandel. „Außerhalb vom Job bin ich viel draußen, gehe gerne laufen, wandern und Rad fahren. Ansonsten bin ich froh, wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme und einfach meine Ruhe habe“, lacht er.

Seit Neuestem hat Koch auch seine kreative Ader entdeckt. Hier schließt sich auch der Kreis zu seinem großen Hobby: Er arbeitet für seine Convention-Besuche an einer „Alien“-Ausstellung. „Die Menschen sollen bei meinem Stand angezogen werden. Wenn man selbstgemachte Stücke präsentiert, ist der Ausstellungstisch voll.“

Dafür nimmt er fertige „Alien“-Figuren aus der Kult-Filmreihe und setzt sie in einem eigenhändig mit Epoxidharz gestalteten Untergrund in Szene. 12 bis 15 Arbeitsstunden investiert Koch pro Stück. Am Sonntag präsentiert er die Ergebnisse auf der „Pop Con“, einer Comic Convention in Lindau.
Veranstaltung
Pop Con Lindau
Sonntag, 10 bis 17 Uhr
Inselhalle, Lindau (D)
www.popconbodensee.com
(NEUE am Sonntag)